Bleckede : Bange Blicke auf den Wasserstand

Die Fähre „Amt Neuhaus“ trotzt dem niedrigen Wasserstand.
Die Fähre „Amt Neuhaus“ trotzt dem niedrigen Wasserstand.

Extremes Niedrigwasser der Elbe belastet Binnenschiffer. Die Fähre „Tanja“ ist seit Wochen nicht im Betrieb. „Amt Neuhaus“ hält durch.

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11. August 2018, 16:00 Uhr

Schon wieder sind es zwei Zentimeter weniger. Der Blick auf die aktuellen Wasserstände der Elbe treibt den Binnen-, Fahrgast- und Fährschiffern in der Region die Schweißperlen auf die Stirn. Nachdem die Fähre „Tanja“ in Neu Darchau im Juli immer mal wieder gefahren ist, liegt sie nun schon seit gut zwei Wochen beständig am Ufer fest. „Wir halten durch“, heißt es dagegen von Petra Wilhelm, vom gleichnamigen Fährbetrieb in Bandekow, der für die Fähre „Amt Neuhaus“ in Bleckede zuständig ist. „Wir haben unseren Betrieb noch nie wegen Niedrigwasser eingestellt.“

Der Wasserstand in Bleckede betrug gestern 486 Zentimeter. „Das heißt aber nicht, dass wir 4,86 Meter Wasser unter dem Kiel haben“, erklärt Petra Wilhelm. Denn: „Der Wasserstand ist der lotrechte Abstand eines Punktes des Wasserspiegels über dem Pegelnullpunkt der Pegellatte“, heißt es von Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Er sage aber nichts über die lokale Wassertiefe aus.

Um die tatsächliche Wassertiefe vor Ort zu bestimmen, bleibt den Schiffern nichts anderes übrig, als sie zu messen. Selbstverständlich können sie diese anhand der Wasserstände abschätzen und wissen, ab wann es kritisch und gefährlich werden könnte. Allerdings spielen in der Elbe auch andere Faktoren eine wichtige Rolle.

So ist der Fluss einer der größten Sedimentträger, führt eine Menge Material mit sich, das sich ablagert und Sandbänke bildet. Das geht in der Elbe so schnell, dass sich die Fahrrinne innerhalb eines Tages verändern kann. Vorsicht ist also nicht nur, aber umso mehr bei extremen Niedrigwasser gegeben. „Ich bin stolz auf meine Fahrer, dass sie so konzentriert dabei sind“, meint Petra Wilhelm. Ihre Motivation seien immer wieder die Gäste. „Die Leute sind einfach froh und glücklich, dass wir fahren.“

Die Fähre „Amt Neuhaus“ dürfte hierbei fast das einzige Gefährt sein, dass die Elbe noch überquert. So liegt auch die Reederei Heckert, deren Heimathäfen Dömitz und Hitzacker sind, nicht nur mit ihrem großen Fahrgastschiff „Elise“, sondern auch mit der kleinen Barkasse „Hecht“ bei 13 Zentimeter Pegelstand annähernd auf dem Trockenen.

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