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Hagenower Kreisblatt

18. November 2017 | 00:25 Uhr

Boizenburg : Bald Tempo 20 in der Innenstadt?

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Kontroverse Diskussion zur Verkehrsentwicklung in Boizenburg Planer erwarten höhere Anzahl von Radfahrern

svz.de von
erstellt am 04.Nov.2017 | 08:00 Uhr

Boizenburg„Der Verkehr ist moderat.“ Das hob Jörn Janssen vom  Verkehrsplanungsbüro shp Ingenieure zu Beginn der öffentlichen Vorstellung des Verkehrsentwicklungsplans 2030 (VEP) am Donnerstagabend hervor. Es sind also nicht zu viele Autos, die täglich durch die Boizenburger Altstadt fahren. Hinzu kommt, dass der Durchgangsverkehr der Altstadt  hausgemacht ist. „Es sind die Boizenburger selbst, die durch die Innenstadt fahren“, so der Planer weiter.

Eine objektive Darlegung, die vor allem bei den anwesenden Anwohnern der Klingberg- und Reichenstraße für Erstaunen sorgte. Fühlen sie sich durch den Verkehr, der über das Kopfsteinpflaster rauscht, einer großen Belastung ausgesetzt. Dabei sei jedoch nicht die Anzahl der Fahrzeuge für den hohen Geräuschpegel der Kopfsteinpflasterstraßen ausschlaggebend sondern eher die gefahrene Geschwindigkeit, merkte Bürgermeister Harald Jäschke in der Gesprächsrunde nach der Präsentation an. Dementsprechend ist eine Idee im VEP, die gesamte Altstadt zu einem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich zu machen. Das hieße Tempo 20.  Als kurzfristige Lösung wurde sogar  eingewandt, die bereits vorhandene Zone 30 einfach durch das Umsetzen der  Schilder zu erweitern. Bei einer solchen Maßnahme haben jedoch die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises und zuvorderst die Straßenverkehrsordnung (StVO) die Handlungsgewalt inne. Janssen stellte schließlich eine andere Lösung in den Fokus. Das Hauptaugenmerk des Zukunftsprojekts liegt nämlich auf dem Ausbau und der Verbesserung des Boizenburger Radverkehrs. „Da hat die Stadt großen Nachholbedarf“, so der Planer.

Im Zuge der Weiterentwicklung der motorisierten Zweiräder  prognostizierte er einen enormen Anstieg der Radfahrer in der Kommune und sah darin  Chancen. So könnten die Altstadt, die Siedlung und der Bahnhof bei einem Ausbau des Radwegenetzes noch besser zusammenwachsen. Dabei verfolgen Janssen und seine Kollegen immer die Devise: „Das Rad muss auf die Straße.“ Auto und Fahrrad würden sich zukünftig also häufiger den Platz teilen.

Auf ein Problem hat jedoch auch der VEP noch kein passendes Konzept gefunden. Die Verkehrssituation um die Grundschule. „Elterntaxis“  müssten aus Sicht des Planers vollkommen verschwinden. Eine Meinung die Jäschke mit Blick auf die Betroffenen mit Skepsis betrachtete. Nicht skeptisch war die Mehrzahl der Beteiligten dem VEP gegenüber, der nun in der nächsten Stadtvertretersitzung ratifiziert werden soll.

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