Ehemalige Innerdeutsche Grenze : „Bald nichts mehr zu sanieren“

Vom Verfall bedroht: Der Wachturm („BT9“) in Popelau.
Foto:
Vom Verfall bedroht: Der Wachturm („BT9“) in Popelau.

Landkreis Lüneburg will Wachtürme vor Verfall retten

svz.de von
10. Januar 2018, 12:00 Uhr

Sie sind weithin sichtbare Mahnmale und erinnern an die ehemalige innerdeutsche Grenze. Allerdings sind die beiden Wachtürme in Popelau und Darchau in einem schlechten Bauzustand. Sollen sie auch künftig als Erinnerungsorte dienen, muss schnell etwas getan werden, meint Ute Opalka vom Landkreis Lüneburg. „Es gibt dort sonst bald nichts mehr zu sanieren.“ Deshalb will der Landkreis nun Fördermittel beim Land Niedersachsen und auch beim Bund stellen, um die Wachtürme zu erhalten. Die Kosten für eine Sanierung werden dabei auf 270 000 Euro geschätzt. Bekommt Lüneburg die erhofften Fördermittel bliebe ein Eigenanteil (als Kofinanzierung) von 75 000 Euro übrig, den die Verwaltung zum Haushalt 2019 anmelden möchte.

Wie sehr die Zeit drängt, zeigt auch, dass die Sanierung der beiden Türme aus dem geplanten Leitprojekt „Grenzgeschichte(n)“ der Metropolregion Hamburg herausgelöst wurden. Mit diesem soll eine systematische Bestandsaufnahme von Orten, Einrichtungen und Projekten erfolgen, die an die ehemalige innerdeutsche Grenze erinnern. „In der Region widmen sich bisher etwa 18 Museen und Gedenkstätten überwiegend oder auschließlich den Themen Teilung und Grenze.“, heißt es in einer Beschlussvorlage zu dem Projekt. Es bestehe aber die Sorge, dass das Potential der Erinnerungsorte nicht vollständig genutzt werde. So würden sich die verschiedenen Einrichtungen beispielsweise nicht untereinander abstimmen. „Ziel des Leitprojektes ist es, aufgrund der Bestandsaufnahme Angebote und Handlungsempfehlungen zur langfristigen Steigerung der Qualität der Einrichtungen aufzuzeigen.“

In den kommenden drei Jahren sollen die Gedenkstätten nun geprüft und die Beteiligten miteinander vernetzt werden. Die Kosten dafür werden auf 630 000 Euro geschätzt. Aus Förderfonds der Metropolregion Hamburg könnten 80 Prozent davon übernommen werden. Für die sieben beteiligten Städte und Kreise (Lübeck, Herzogtum Lauenburg, Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und Uelzen) bliebe so ein Anteil von jeweils 18 000 Euro übrig. Der Landkreis Lüneburg hat bereits zugestimmt, sich zu beteiligen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen