Boizenburg : Bald Endstation für den Stadtbus?

<strong>Weil sich der Stadtbus </strong>an den Wochenenden nicht rentiert, soll Boizenburg sich am Defizit beteiligen.<foto>Katharina Hennes</foto>
Weil sich der Stadtbus an den Wochenenden nicht rentiert, soll Boizenburg sich am Defizit beteiligen.Katharina Hennes

Wird der Stadtbus auf der Linie 500 auch weiter an den Wochenenden fahren? Die Stadtvertreter müssen über Nahverkehr-Zuschuss entscheiden. Gibt Boizenburg kein Geld, stellt der Landkreis die Linie ein.

svz.de von
16. Juni 2012, 02:37 Uhr

Boizenburg | Wird der Stadtbus auf der Linie 500 auch weiter an den Wochenenden fahren? Die Entscheidung darüber treffen die Stadtvertreter auf ihrer Sitzung am Donnerstag. Stimmen sie dem jährlichen Zuschuss für den Nahverkehr von 15 000 Euro aus dem Boizenburger Haushalt zu, dann bleibt alles beim Alten. Wird der Antrag abgelehnt, dann könnte schon mit Fahrplanwechsel im August für den Wochenendbus in Boizenburg Endstation sein.

Dass sich kleine Städte, wie Boizenburg überhaupt noch Sonnabend und sonntags eine Buslinie leisten, sei heutzutage eigentlich nicht üblich, sagt Christian Rader, der Geschäftsführer der Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft (LVG). Auch in Hagenow seien die Stadtbusfahrten seit zehn Jahren an den Wochenenden reduziert und schließlich ganz aus dem Fahrplan genommen worden. "Alles hat seinen Preis", so Rader. "Und alles muss bezahlbar bleiben." Man sei bei der LVG schon froh, dass man die große Fläche noch so gut bedienen könne. Auch Ludwigslust und Grabow leisten sich keinen Stadtverkehr am Wochenende. Lediglich in Parchim und in Boizenburg fahren die Stadtbusse bis zu sieben Mal täglich an den Wochenenden. Dabei mangelt es seit Jahren an der Auslastung. Laut aktueller Zählungen des Landkreises sitzen im Durchschnitt am Sonntag gerade mal sieben Fahrgäste bei einer Tour im Stadtbus. "Es gibt manchmal sogar komplette Leerfahrten", sagt Gundolf Landsberg, Verkehrsplaner im Fachdienst Regionalmanagement. Der Sonnabend werde mit durchschnittlich 20 Fahrgästen pro Fahrt deutlich besser genutzt. Dennoch fahre die Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft an den Wochenenden in Boizenburg ein jährliches Minus von etwa 15000 Euro ein. Man habe das seit Jahren toleriert, weil die LVG schwarze Zahlen schrieb, so Landsberg. Doch das Jahr 2011 konnte die LVG nur mit erheblichen Zuschüssen des Landkreises überstehen. "Jetzt müssen wir überlegen, was aufrecht erhalten werden muss und wo gespart werden kann." Der Verkehrsplaner könne sich gut eine Kompromisslösung vorstellen. "Man könnte sich darauf einigen, dass ein paar Fahrten am Wochenende gestrichen werden. Dann muss Boizenburg nicht mehr so viel zuzahlen und der Linienstadtverkehr bleibt auch am Sonntag und sonnabends erhalten."

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