zur Navigation springen

Bresegard bei Picher : Bakterien helfen, Dorf zu heizen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

In Bresegard bei Picher werden bereits über 60 Haushalte mit alternativer Biogas-Wärme aus einem Blockkraftheizwerk versorgt

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 11:45 Uhr

Die alternative Gewinnung von Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung hat in Bresegard seit zwei Jahren eine Heimstatt. Dort steht als sogenannter Satellit in einer gedämmten Scheune ein Blockheizkraftwerk. Dieses wandelt Biogas durch Verbrennungsmotoren und Generatoren in Energie um. Auch die Abwärme der Motoren wird sinnvoll genutzt. Sie kann den Fermenter einer Biogasanlage erwärmen oder nahe gelegene Wohn- und Betriebsräume heizen. Wartungs- und Schallschutzvorgaben sichern dabei einen reibungslosen Ablauf.

„Wir versorgen mittlerweile über 60 Haushalte im Ort mit Wärme. Die Anlage produziert 370 Kilowatt Strom und 400 Watt Wärme“, berichtet Gerhard Schmidt. Der 64-Jährige betreibt mit seiner Frau Anja etwa zwei Kilometer entfernt in der Niels seit 2007 eine Biogasanlage mit zwei Fermentern und einem Nachgärer, die ein Megawatt Leistung schafft. Deren Gas werde in den Ort gepumpt und dort in Wärme und Strom umgewandelt, berichtet der gebürtige Schleswig-Holsteiner, der auf rund 700 Hektar Landwirtschaft betreibt. Der Strom werde ins Wemag-Netz eingespeist, die Wärme in das Wärmesystem des Dorfes. „Das managt der Energieversorger. Wir könnten auch den gesamten Ort mit seinen etwa 300 Einwohnern versorgen.“ Außerdem würden auf seinem Hof in einer Trocknungsanlage aus Sägemehl Holzpellets produziert. Mit ihnen könne nahtlos ein spezieller Ofen befeuert werden, wenn die Anlage im Ort ausfallen sollte oder gewartet werden müsse. „Die Wärme ist immer gewährleistet“, bekräftigt Schmidt im SVZ-Gespräch.

Klagen über Lärm- oder Geruchsbelästigungen über diese Art der Energiegewinnung habe es bisher noch nicht gegeben, betont die Dame des reetgedeckten Hauses, das weit über 200 Jahre alt ist und in unmittelbarer Nachbarschaft zu den drei grünen Türmen steht. „Eher das Gegenteil. Die Leute sind sehr zufrieden. Zumal fünf Mitarbeiter aus der Region durch Landwirtschaft und Biogas unbefristete Arbeitsverhältnisse haben“, erzählt Anja Schmidt. Die gebürtige Hamburgerin habe sich im Mai 1997 in das einst 15 Jahre lang leerstehende Bauernhaus verliebt. „Es wollte wieder mit Leben erfüllt werden“, erinnert sich die 53-Jährige und hat es nach eigenem Bekunden nie bereut, 1998 im Februar nach Bresegard als neuem Lebensmittelpunkt gezogen zu sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen