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Schwarzer Tag für „Posten 12“ : Bahnhof Zarrentin steht nun zum Verkauf

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Planungsverband Valluhn/Gallin will 70 000 Euro - Interessenten bereits vorhanden/ Posten12 vor Auflösung

von
erstellt am 21.Okt.2014 | 21:30 Uhr

Der Planungsverband Valluhn/Gallin, kurz TGG, beabsichtigt, das Bahnhofsgebäude  einschließlich des angeschlossenen Güterschuppens für einen Mindestverkaufspreis von  70 000 Euro zu veräußern. Eigene Pläne mit dem altehrwürdigen Gebäudekomplex von 1896 konnten offensichtlich nicht realisiert werden.

„Wir wollten  das Gebäude oben im Dachgeschoss aus- und umbauen, um zwei Wohnungen unterbringen zu können. Aber die Decke ist etwa 40 Zentimeter zu tief. Und ein Höhersetzen hat die Denkmalpflege abgelehnt. Davon waren die Damen und Herren leider nicht abzubringen und von unserer Idee nicht zu überzeugen“,  berichtet Klaus-Dieter Müller als TGG-Vorsitzender. Deshalb habe der Planungsverband dieses Umbauprojekt wegen zu geringer Erfolgsaussichten schließlich auch nicht weiter verfolgt. 

Der Gebäudekomplex sei  nach 1990  nicht nennenswert modernisiert worden. Der bauliche Zustand  ist unbefriedigend und die Ausstattung überwiegend verschlissen, veraltert oder zerstört, weiß Angela Fenske vom Zarrentiner Amt für Bau, Regionalentwicklung und Ordnungsangelegenheiten  als Zuständige für Hochbau und Objektverwaltung. Bei ihr erhalten mögliche Kaufinteressenten unter 038851-838607 oder fenske@zarrentin.de auch nähere Auskünfte zum komplett unter Denkmalschutz stehenden Objekt, dessen  Nutzflächen im Erdgeschoss etwa 100 Quadratmeter, im Obergeschoss rund 65 Quadratmeter sowie im Güterschuppen ungefähr 115 Quadratmeter betragen. „Dabei ist insbesondere die Bedingung zum Erhalt der Bahnbetriebsanlagen zu berücksichtigen. Das Dach ist jedenfalls dicht, Wasserschäden gibt es keine. Da haben wir immer drauf geachtet, sonst hätte das bereits den Untergang des Gebäudes bedeutet“, betont Angela Fenske, die davon überzeugt ist, dass der Komplex viel Zukunftspotenzial in sich berge.

Das sieht auch Bürgermeister Klaus Draeger so. „Es ist ein sehr schönes Gebäude, aus dem sich etwas machen lässt. Wir als Stadt sind sehr daran interessiert, dass es wieder einer vernünftigen wie langfristigen Nutzung zugeführt wird. An dieser Stelle möchte ich den Mitgliedern des örtlichen Eisenbahnervereins Posten 12 danken, dass sie sich in den letzten Jahren so rührend  um den Bahnhof  gekümmert und ihn bewahrt haben.“ Wenig Trost für die so Gelobten, denn ihre Tage scheinen nun gezählt: „Für uns wird es ohne Bahnhof schlecht. Unser Verein wird sich wahrscheinlich auflösen oder in Teilen den Hagenower Eisenbahnfreunden des Museums anschließen. Eisenbahngeprägte Veranstaltungen in Zarrentin gehören fortan der Geschichte an. Das ist traurig, aber nicht zu ändern“, sagt André Garber als Vorsitzender von  Posten 12. Niemand sei schuld, außer dem leidigen Geld, das sie als kleiner Verein nun mal nicht hätten.

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