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Hagenower Kreisblatt

25. November 2017 | 07:05 Uhr

Hagenow : Bahnhof ist nun verkauft

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Rätselraten um den Käufer: Die Bahn schweigt, Hagenows Stadtverwaltung kann nichts sagen - aber große Erleichterung

von
erstellt am 13.Aug.2014 | 18:08 Uhr

Der weitere Verfall des seit Jahren ungenutzten Bahnhofs Hagenow-Land hat möglicherweise ein Ende. Die  Gewerbeimmobilie ist mittlerweile veräußert.

„Ja, das Empfangsgebäude Hagenow-Land wurde verkauft und der Verkauf wurde beurkundet“, teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn auf SVZ-Anfrage mit. Die Bahn AG war der Eigentümer des Gebäudes.  Das Geschäft sei im Frühjahr diesen Jahres abgewickelt worden.

Den Investor will das Verkehrsunternehmen nicht nennen. „Weitere Angaben zum Käufer können wir leider nicht machen“, hieß es offiziell von der Bahn. Bei Aussagen zum Kaufpreis hält sich der Konzern ebenfalls zurück.

In der Hagenower Stadtvertretung war der verwahrloste Zustand des mit einem Maschendrahtzaun gesicherten Gebäudes ein Dauerthema. Die Kommune wollte den auf der Denkmalliste  des Landkreises stehenden Bahnhof nicht übernehmen. Sie appellierte an die Bahn, ihrer Pflicht als Eigentümer nachzukommen, den jammervollen Anblick des historischen Hauses zu beenden. Die DB hielt an einer Vermarktung fest  und nahm die Immobilie zwischen den Schienensträngen in ihren Angebotskatalog im Internet auf. Dort taucht sie nun nicht mehr auf.

Dirk Wiese, Fachbereichsleiter Bau und Stadtentwicklung in Hagenow, äußert sich zurückhaltend zum  Verkauf. Er könne zu der Grundstücksangelegenheit keine Auskunft geben, sagte er auf SVZ-Anfrage.  Ob Daten dazu weitergegeben werden, müsse der Investor beantworten, wenn er Kontakt mit der Stadt aufnehme.    

Aus einem Redemanuskript der Bürgermeisterin für die Stadtvertretersitzung am 15. Mai 2014 heißt es zur Zukunft des Bahnhofs Hagenow-Land:„Am 7. Mai 2014 fand ein Gespräch mit den Investoren für das Bahnhofsgebäude vor Ort statt. Über einen Zeitraum von zwei Jahren möchte man das denkmalgeschützte Gebäude sanieren und verschiedenen Nutzungen zuführen.“

Dem stellvertretende Vorsitzenden des Bauausschusses, Detlef Schlüter, liegen nach eigener Aussage keine Erkenntnisse zum Verkauf  vor. Es handle sich um eine Grundstücksangelegenheit der Bahn und nicht der Stadt, sagte der CDU-Stadtvertreter. Ein Eigentümer verkaufe  sein Eigentum, das sei ein normaler Vorgang. Er werde beobachten, was sich in der Angelegenheit  tun werde, versprach Schlüter. Schließlich habe er immer wieder darauf gedrungen, dass im Zusammenhang mit dem Bahnhof Hagenow-Land etwas passiere.

Der Bahnhof wurde 1845/1846 im Stil eines spätklassizistischen Gebäudes errichtet. Das Baudenkmal ist zweigeschossig, mit dreigeschossigen und eingeschossigen Anbauten. Das Erdgeschoss hat eine Nutzfläche von rund 658 Quadratmetern. Die Etagen darüber verfügen über eine Nutzfläche von insgesamt etwa 713 Quadratmeter.  

Die Immobilie ist stark sanierungsbedürftig. Der Putz blättert an vielen Stellen ab, die Fenster sind verrammelt. Ein Drahtzaun schützt seit 2012 das Haus vor Vandalismus. In Hagenow-Land  laufen zwei  elektrifizierte Haupttrassen der Bahn zusammen. Der Bahnhof zählt laut Wikipedia zu den ältesten im mecklenburgischen Landesteil und entwickelte sich zu einem Verkehrsknotenpunkt. Bis 1945 galt Hagenow-Land als wichtiger Fernverkehrsbahnhof. Fast alle  Züge zwischen Berlin und Hamburg hielten dort.

Durch das deutsch-deutsche Grenzregime nach dem Zweiten Weltkrieg  wurde der Bahnhof für Schnellzüge unattraktiv.  Für den nach  dem Mauerfall  gestiegenen Fernverkehr aus Berlin und Schwerin nach Hamburg spielte der Bahnhof dann keine große Rolle mehr.

Auch wenn Fernzüge nach wie vor in Hagenow-Land Halt machen, werden die  Bahnsteige    heute vor allem von Pendlern  im Regionalverkehr genutzt.Vom Güterverkehr wird Hagenow-Land nicht angefahren.

 

 

 

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