Amt Hagenow Land : Bahn lässt Gehwege zuwuchern

Bald können Reisende die Zuwegungen zum Strohkirchener Bahnhof nicht mehr nutzen, schätzt die Bürgermeisterin.
1 von 2
Bald können Reisende die Zuwegungen zum Strohkirchener Bahnhof nicht mehr nutzen, schätzt die Bürgermeisterin.

Unternehmen braucht Jahre, um interne Eigentumsfragen und Zuständigkeiten zu klären. Das führt zu Problemen an Bahnhöfen

von
08. Juni 2016, 21:00 Uhr

Zugewachsene Lampen, verwucherte Gehwege, überlaufende Brunnen – der Zustand zweier Bahnhöfe im Amt Hagenow-Land lässt die betroffenen Gemeinden verzweifeln. Während die Deutsche Bahn Zuständigkeiten  lange ungeklärt lässt, staut sich der Frust über die fehlende  Pflege der Bahnflächen an.

Über Jahre sei den Strohkirchenern schon versprochen worden, dass endlich jemand Hand an Büsche, Bäume und Unkraut entlang der 20 Jahre alten Zuwegungen legt. „Seit 2004 kämpfen wir dafür“, sagt Bürgermeisterin Bärbel Romanowski. Ohne Erfolg. „Sie kommen und machen die Bahnsteige, und drum rum passiert nichts.“ Noch zwei, drei Jahre, dann wären Lampen und Wege zugewachsen, schätzt sie. Dann komme dort niemand mehr mit seinem Koffer lang. Nicht zu vergessen die „Unfallgefahr“. In ihrer Not wollte sie schon selbst während eines Gemeinde-Arbeitseinsatzes dem Buschwerk entlang der insgesamt 200 Meter langen Pflasterwege zu Leibe rücken. „Aber wenn wir das einmal anfangen, liegt das auf unseren Schultern.“

Ein Grund für die Ungereimtheiten vermutet Bärbel Romanowski in den zerstückelten Strukturen des Bahnunternehmens. DB Station und Service, DB Netz, DB Immobilien – „da sieht man doch nicht mehr durch, und sie selbst vermutlich auch nicht“. Dem Reisenden sei es letztlich aber egal, für ihn sei die Bahn ein Unternehmen.

In Pritzier liegt das Problem tiefer. Ein artesischer Brunnen auf Bahngelände flutet dort regelmäßig Bahnhof, Straßen und private Grundstücke. „Wenn er nicht unterhalten wird, läuft das Wasser die Gemeindestraße runter und in Tiefgaragen“, sagt Uwe Werner vom Amt Hagenow-Land. Immer, wenn das passiert, schreibt die Gemeinde die Deutsche Bahn an. Bis dann jemand kommt und das Dilemma behebt, „dauert es aber sehr lange“, sagt Pritziers Bürgermeister Thomas Witt. Zwei Monate gingen mitunter ins Land.

„Es gab schon Ideen, wie man dem Herr werden könnte“, sagt  Aileen Thomas, Bahnhofsmanagerin der DB Station und Service AG in Schwerin, über den Brunnen, der durch den Überdruck regelmäßig Richtung Oberfläche schießt. Sie seien dabei, zu erörtern, was aus diesen Ideen geworden ist.  Auch im Fall Strohkirchen sei man dabei, zu klären, wer Eigentümer der Zuwegungen ist und sich kontinuierlich um die Pflege der Flächen kümmert. Der Eigentümer hätte bisher noch keine Notwendigkeit gesehen, dort etwas zu unternehmen. Aber „jetzt müssen wir handlungsfähig werden“, so Aileen Thomas. Ihr sei bewusst, dass „wir vor dem Kunden eine Bahn sind“. Niemand schere sich darum, wer am Ende der Eigentümer ist. Sie schätzt, dass es zumindest am Strohkirchener Bahnhof in etwa drei Wochen vorwärts gehen könnte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen