Sturmschäden in Lübtheen : Bäume wie Zahnstocher umgeknickt

 Fährt man derzeit durch die Region, stellt man schnell fest, dass viele Wälder von Herwart und Xavier in Mitleidenschaft gezogen wurden. Doch kaum ein Gebiet hat es so erwischt wie Lübtheen und seine Ortsteile.
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Fährt man derzeit durch die Region, stellt man schnell fest, dass viele Wälder von Herwart und Xavier in Mitleidenschaft gezogen wurden. Doch kaum ein Gebiet hat es so erwischt wie Lübtheen und seine Ortsteile.

Herwart und Xavier halten Lübtheens Bauhof-Mitarbeiter seit Wochen in Atem

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08. November 2017, 20:45 Uhr

Der kundige Lübtheener weiß sofort, worum es geht, wenn vom Lustgarten die Rede ist. Das Gebiet um die Lindenstraße hat jetzt allerdings ein paar Kratzer bekommen und animiert etwas weniger zum Lustwandeln. Schwere Eichen und Linden haben sich hier von den Herbststürmen Herwart und Xavier quasi in die Horizontale kippen lassen. Beeindruckende Bilder sind das allemal - leider besonders für die Mitarbeiter des Bauhofes keine schönen.

Bernd Skobel, der Ordnungsamtsleiter der Lindenstadt, steht fassungslos vor einem umgekippten grünen Riesen: „Unvorstellbar welche Kräfte hier gewirkt haben müssen. So eine Linde kippt ja nicht bei einem Lüftchen“, so der stellvertretende Bürgermeister. So massiv sind die Schäden, dass der örtliche Bauhof des Windbruchs schon längst nicht mehr allein Herr werden kann. „Das ist unmöglich. Überall haben wir mit umgekippten Bäumen zu kämpfen. Nicht im so genannten Lustgarten. Auch in den Ortsteilen hat es mächtige Eichen, Buchen und Linden entschärft“, so Gert Müller, der Leiter des Bauhofes.

Sorgenvoll blickt Bernd Skobel auf die Schäden durch Windbruch in Lübtheen. Er muss externe Hilfe in Anspruch nehmen.
maks
Sorgenvoll blickt Bernd Skobel auf die Schäden durch Windbruch in Lübtheen. Er muss externe Hilfe in Anspruch nehmen.
 

Weil jedoch auch die Grünflächen weiter gepflegt werden müssen, Laub beseitigt werden muss oder Reparaturarbeiten anstehen, stoßen die derzeit fünf Männer vom Bauhof an ihre Grenzen. „Außerdem reicht unsere bescheidene Technik für solche Bäume gar nicht aus. In Benz hatten wir beispielsweise einen Stumpf zu entsorgen, der mehr als vier Tonnen wog. Manche Eichen hatten einen Umfang von mehr als 1,30 Meter“, so Müller. Bernd Skobel im Ordnungsamt musste deshalb reagieren. Auch wenn es einen finanziellen Mehraufwand bedeutet.

„Ich habe da keine andere Lösung gesehen. Bei der Fülle der Bäume, die hier umgefallen sind und vor allem auch bei der Größe und Schwere blieb nur der Auftrag an ein externes Unternehmen“, so Skobel. Denn die Schäden im Stadtgebiet sind beileibe nicht das größte Übel, heißt es von Bauhofleiter Gert Müller. In den Ortsteilen die außerhalb lägen, müsse man noch mit ganz anderer Technik anrücken. „Hier geht es zum Teil gar nicht um die riesige Last der Bäume, sondern darum, wie man auf dem Untergrund überhaupt zurecht kommt. Durch die Rögnitz und die vielen gefluteten Gebiete ist der Boden so weich, dass man da mit einem Radlader schnell versinkt“, so Müller.

In einem Fall ist sogar ein Viertel einer Straße von einem umgestürzten Baum in Mitleidenschaft gezogen worden. Dort müsse nun die Decke erneuert werden - mit Unmengen von Schotter. „Was wir hier derzeit an Kilometern abreißen, ist auch nicht mehr normal“, sagt Müller über den übermäßigen Einsatz aller Fahrzeuge. Trotzdem bleiben die Lübtheener kämpferisch und versuchen ihre Stadt mit den umliegenden Ortsteilen wieder vorzeigbar zu machen. Auch damit es sich bald wieder Lustwandeln lässt.

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