Jasnitz : Bäume als Freunde verstehen

Trotz des nasskalten Wetters zeigten alle Teilnehmer der Pflanzaktion großes Engagement.  Fotos: Thorsten Meier
Trotz des nasskalten Wetters zeigten alle Teilnehmer der Pflanzaktion großes Engagement. Fotos: Thorsten Meier

Alte regionale Sorten auf Streuobstwiese nahe des Forstamtes Jasnitz zum alljährlichen Aktionstag von Kindern und FÖJ’lern gepflanzt

von
26. April 2017, 08:40 Uhr

„So, schaut mal, überall, wo jetzt noch das Wasser blubbernd hochkommt, müssen wir den Boden im Pflanzloch schön festtreten“, erklärt der Leiter des Revieres Jasnitz, Volker Lüdtke, den Mädchen und Jungen, die ihn erwartungsvoll anblicken. Fleißig schreiten die Fünf- und Sechsjährigen zugleich zur Tat. Ein Tanz der kleinen Gummistiefel beginnt. Tapfer trotzen sie dem nasskalten Regen und den Windböen. Zuvor ist der Wurzelballen der jungen Kirsche mit Drahtgeflecht ummantelt worden. „Wir haben hier Wühlmäuse und die mögen für ihr Leben gern Wurzeln fressen“, sagt Lüdtke zu den wissbegierigen Vorschulkindern aus Strohkirchen. Doch das würde dem kleinen Obstbaum schaden, ihn vielleicht sogar eingehen lassen.

„Wir wollen mit unserem Ausflug das Bewusstsein der Kinder für die Natur schärfen, ihnen zeigen, wie Pflanzen geht“, betont Beate Kühn, die Leiterin des Kindergartens gegenüber der SVZ. Praktische Lebensschule eben, mit der man nicht früh genug beginnen könne, ist sich die Pädagogin sicher. Dafür kommt der gestrige Internationale Tag des Baumes geradezu wie gerufen.

„2017 werden zum alljährlichen Aktionstag, der 1952 erstmals stattfand, anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Reformation besonders viele Apfelbäume gepflanzt“, weiß Sven Seifert zu berichten. Des bekannten Reformators lebensbejahender Ausspruch, wenn er wüsste, dass morgen die Welt unterginge, er heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen würde, habe man deshalb zum Anlass genommen, so der Forstoberinspektor weiter. „Wir pflanzen heute 12 Bäumchen auf der Streuobstwiese nahe des Forstamtes. Dazu gehören Apfel, Pflaume, Birne und Kirche. Es sind alte regionaltypische Sorten, die bestens mit dem Boden klarkommen“, führt der 32-Jährige weiter aus. Die Bäume habe das Forstamt gestiftet, vor vier Jahren sei damit begonnen worden, die Streuobstwiese zu bepflanzen. „2016 haben wir die Fläche um einen halben Hektar vergrößert“, sagt Seifert, der seit 2010 in der Landesforstbehörde beschäftigt ist. Für ihn seien Bäume so etwas wie Freunde, gesteht er lächelnd. Dass die Gemeine Fichte 2017 Baum des Jahres sei, lässt der Pressesprecher ebenfalls nicht unerwähnt. Und die Tatsache, dass der FÖJ’ler Niklas Plickat zusammen mit anderen, sich im Berufsorientierungsjahr befindenden jungen Leuten, die Aktion nicht nur unterstützt, sondern sie auch organisiert habe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen