Brüggen : Azubis zaubern zwei neue Büros

Melanie Peters (r.) überreicht mit dem symbolischen Schlüssel die neuen Büroräume.
Melanie Peters (r.) überreicht mit dem symbolischen Schlüssel die neuen Büroräume.

Groß-Projekt bei Brüggen ließ Lehrlinge in Lübtheen zu einer eigenen kleinen Firma zusammenwachsen

svz.de von
05. September 2017, 05:00 Uhr

Wenn schon Ausbildung, dann auch richtig. Unter diesem Motto ist jetzt in Lübtheen ein Projekt zuende gegangen, das beispielgebend sein könnte. In der Firma Brüggen haben Azubis innerhalb eines halben Jahres zwei komplett neue Büroräume fertiggestellt - aus Containern! Das Projekt sollte nicht nur mehr Raum für die anderen Kollegen im Unternehmen schaffen - immerhin hat sich deren Fläche verdoppelt - sondern es diente vor allem dazu, aus den verschiedenen Lehrlingen und deren Fachrichtungen ein echtes Team zu formen. „Wir haben echt wunderbar harmoniert. Jeder hat seine Stärken eingebracht und das Resultat ist wirklich schön“, sagt Melanie Peters, die Jugendausbildungsvertreterin. Sie sitzt auch mit im Betriebsrat und vertritt die Interessen der Jugendlichen und Lehrlinge im Unternehmen.

An so einem Bau hat bisher noch keiner der Nachwuchskräfte mitgearbeitet. „Am Ende war das Team so etwas wie eine eigenständige kleine Firma. Und wir haben täglich gesehen, mit welchem Engagement das Projekt wächst. Betriebswirtschaftlich hätten wir natürlich auch einfach zwei Büro-Container anmieten können. Das wäre sicher nicht teurer gewesen. Aber die gemeinschaftliche Arbeit von Industrie-Kaufleuten, Mechatronikern, Lagerlogistikern, Konstruktionsmechanikern und Oberflächentechnikern war mit Geld gar nicht aufzuwiegen“, sagt ein stolzer Geschäftsführer. Christian Saßmannshausen gab gleichzeitig den Ausblick auf Folgeprojekte in ähnlicher Art: „Nach den jetzigen Erfahrungen müssen wir hier einfach weitermachen. Verantwortung abzugeben, schafft Vertrauen und gleichzeitig eine hohe Motivation.“

Natürlich durften sich die Lehrlinge während der Bauzeit Rat bei den erfahrenen Fachkräften innerhalb des Unternehmens holen, aber planen sollten sie immer selbst. Vom Fußboden über die Fenster bis hin zur Inneneinrichtung, Klimatisierung und Elektrik entstanden aus zwei Lkw-Aufliegern nun wunderbare Büroräume für die Qualitätssicherung und die „Chefetage“.

Einziges Manko während der Projektzeit war das Abstellen einzelner Lehrlinge zu den Berufsschulblöcken. „Da müssen wir künftig noch genauer planen. Es war schade, dass einige dann immer aus der Arbeit herausgerissen wurden“, sagt Melanie Peters, die jetzt ins dritte Lehrjahr geht und wie eigentlich fast alle ihrer jungen Kollegen auf einen festen Arbeitsplatz in Lübtheen hofft. Und ihre Chancen stehen nicht schlecht. Denn die Ex-Kölnerin kann sich gute Möglichkeiten ausrechnen, bei Brüggen eine Zukunft zu haben. „In den vergangenen vier Jahren haben wir unter meiner Leitung alle 19 Azubis übernommen. Wir wollen den jungen Menschen hier Perspektiven geben“, sagt Christian Saßmannshausen.

So standen auch gestern wieder sieben Neue vor dem Werkstor, die einen herzlichen Empfang bekamen. Auch sie sollen künftig in Projekte eingebunden werden, die sie nicht nur technisch weiterbilden, sondern auch mit der nötigen Sozialkompetenz auf den richtigen Weg bringen. „Teamfähigkeit ist etwas, das man gar nicht hoch genug bewerten kann. Und zusammen etwas aufzubauen, stärkt die Gemeinschaft.

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