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Verfolgungsjagd auf A 24 : Autodieb flieht und überlebt Horror-Crash

vom

Mittwochmorgen auf der A 24: Ein 28-jähriger Pole rast mit 200 km/h bei Hornbek der Polizei davon. Sein Audi S4 Avant verunfallt und wird völlig zerrissen. Wie durch ein Wunder erlitt er nur leichte Kopfverletzungen.

svz.de von
erstellt am 25.Okt.2012 | 05:50 Uhr

Hornbek | Es sollte eigentlich nur eine Routinekontrolle auf der A 24 Hamburg-Berlin im Kreis Herzogtum Lauenburg werden. Was sich am Mittwochmorgen um 6.50 Uhr daraus ergab, ist eine Verfolgungsjagd, an der insgesamt elf Streifenwagen beteiligt waren. Einer Streifenwagenbesatzung des Polizei- Autobahn- und Bezirksreviers Bad Oldesloe fielen am Mittwoch gegen 6.50 Uhr zwischen den Abfahrten Witzhave und Schwarzenbek/Grande zwei Pkw der Marke Audi auf. Beide Fahrzeuge hatten polnische Kennzeichen. Als die Beamten zunächst dem Fahrer des dunklen Audi A6 signalisierten ihnen zum Autobahnparkplatz Hahnenkoppel zu einer Routinekontrolle zu folgen, gab dieser jedoch einige Meter vor dem Parkplatz Gas. Er überholte den Streifenwagen und raste mit hoher Geschwindigkeit zur Abfahrt Schwarzenbek, wo er schließlich auf die B 404 in unbekannte Richtung auffuhr. Die Beamten hatten mit ihrem Streifenwagen keine Chance zu folgen. Sofort forderten sie Unterstützung an, aber auch die gemeinsame Fahndung mit insgesamt elf Streifenwagen im Nahbereich verlief ergebnislos. Zwischen den Abfahrten Talkau und Hornbek entdeckten die Polizisten dann plötzlich den anderen blauen Audi S4 Avant Quattro mit ebenfalls polnischen Kennzeichen. "Als man dieses Fahrzeug kontrollieren wollte, gab auch dieser Fahrzeugführer Gas und flüchtete vor der Polizei", so Polizeipressesprecherin Sonja Kurz. Auch dieser Audi raste mit über 200 km/h davon. Die Beamten versuchten dennoch zu folgen, verloren aber auch hier immer wieder den Sichtkontakt. Im letzten Moment erkannten die Beamten, dass der blaue S4 an der Abfahrt Hornbek abgefahren war. Was sie im Abfahrtsbereich vorfanden war ein reines Trümmerfeld. "Der Fahrer hatte vermutlich die Kontrolle über den Audi S4 und kollidierte dort mit fünf je etwa 30 Zentimeter dicken Fichten die zum Teil regelrecht gefällt wurden", berichtet Sonja Kurz. Danach schleuderte der S4 über die Auffahrt in die Schutzplanke, wo sich das Fahrzeug überschlug und letztlich wieder auf den Reifen stehend in der Böschung unterhalb der L 200 zum Stehen kam. Das Dach des Audis wurde bei der Kollision mit den fünf Bäumen genauso abgerissen wie drei der vier Türen und das linke Hinterrad. Auch das Bodenblech wurde direkt hinter dem Fahrersitz bis auf ein paar Kabel komplett durchtrennt. "Die Beamten konnten den 28- Jährigen, der bei ihrem Eintreffen noch auf dem Fahrersitz saß, herausholen und sofort vorläufig festnehmen", so Sonja Kurz weiter. Er war ansprechbar und erlitt wie durch ein Wunder nur eine kleine Kopfplatzwunde. Er wurde unter Polizeibegleitung mit einem Rettungswagen in ein Geesthachter Krankenhaus gebracht. Der in zwei Teile gerissene S4 musste abgeschleppt werden. Für die Bergung musste die Auffahrt der AS Hornbek von 9.15 Uhr an eine Stunde lang voll gesperrt werden. Nach ersten Erkenntnissen der Kripo wurden beide Fahrzeuge in der Nacht zum Mittwoch in der Hansestadt Hamburg gestohlen. Die originalen HH-Kennzeichen tauschten die Männer gegen polnische Nummernschilder aus. Die Überprüfung des polnischen Kennzeichens, das am flüchtigen A6 befestigt war, hat ergeben, dass dieses zu einem Passat gehört. Somit liegt der Verdacht nahe, dass auch dieser Audi gestohlen sein muss.

Gegen 15 Uhr entdeckte die Polizei auf einem Feld bei Möhnsen am Kampsweg nur wenige Kilometer von der Autobahnabfahrt Schwarzenbek entfernt einen Anthrazit farbene Audi A5 Coupe Quattro . Die Polizei geht nach jetzigem Stand davon aus, dass es sich bei dem Auto um den am Morgen von der Streifenwagenbesatzung auf der A 24 beschrieben Audi handelt, der sich der Kontrolle entzogen hatte und an der Abfahrt Schwarzenbek geflohen war. Im Kofferraum des Wagens befanden sich die regulären Hamburger Kennzeichen.

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