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Gemeinde Wittendörp : Ausuferndes Grün nervt die Anwohner

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Die Natur ist kaum noch zu bändigen: Die Gemeinde Wittendörp mit ihren 14 Dörfern wird den vielen Grünflächen kaum noch gerecht. Die Gemeindevertreter sind jetzt aktiv geworden.

svz.de von
erstellt am 14.Jun.2013 | 06:36 Uhr

Wittendörp | Das Gemurre in der Gemeinde Wittendörp wird immer lauter: Zunehmend mokieren sich die Bewohner in den 14 Dörfern über das ausufernde Grün an ihren Straßen und vor ihren Gemeindehäusern. So wurde auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend in Tessin bekannt, dass mittlerweile viele Privatpersonen genervt versuchen, selbst Hand anzulegen. Mit Rasentraktoren, Rasenmähern, Sensen und Trimmern rücken sie den mancherorts über einem halben Meter und höher stehenden Gräsern zu Leibe. Und noch immer haben sich die gewählten Volksvertreter nicht auf einen Anbieter einigen können.

"Der Hauptausschuss wird am Donnerstag, dem 20. Juni, zu einer Sitzung zusammenkommen, um endlich darüber zu entscheiden, wer von den vier in Frage kommenden Firmen den Zuschlag bekommen soll", erklärt Bürgermeister Jürgen Nadzeika gestern nach einem so genannten Bietergespräch, für das sich die Gemeindevertretung ausgesprochen hatte. Zuvor waren Preisangebote abgefragt worden, um für die ungefähr 140 000 Quadratmeter Grünfläche und so genanntes Straßenbegleitgrün, die im Gemeindegebiet im Mulchverfahren vier mal im Jahr gepflegt werden sollen, das preiswertestes Angebot zu erhalten. Rund 80 000 Quadratmeter Sportplatzfläche sind in der Gesamtfläche enthalten. Hier soll das Schnittgut aufgefangen und entsorgt werden. Wie oft hier gemäht werden soll, darüber hat die Gemeindevertretung sich noch nicht verständigt. Die Angebote der Firmen liegen zwischen etwa 21 000 Euro und 27 000 Euro und gehen bis über rund 96 000 Euro bis fast 120 000 Euro. Um den Auftrag auszulösen, ist ein Freigabebeschluss durch die Gemeindevertretung erforderlich.

"Ich hatte ja den Vorschlag gemacht, den Dörfern selbst zwischen 500 und 1000 oder auch je nach Größe 2000 Euro zu zahlen, damit sie sich selbst um das Grün kümmern. Das würde uns dann nur um die 12 000 Euro pro Jahr kosten. Doch das dürfen wir aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht, weil nicht geklärt ist, wer für eventuell entstehende Schäden an den Mähern oder durch sie ausgelöste Beschädigungen aufkommt", berichtet Nadzeika den Volksvertretern.

Der Bauhof der Stadt Wittenburg, der die Pflege des öffentlichen Grüns in der Vergangenheit mit übernommen hatte, ist seit Jahresbeginn aus dem Rennen. Ihm war damals Unflexibilität vorgeworfen worden, was außerplanmäßige Mäharbeiten betraf. Außerdem sei ihre Pflege schlichtweg zu teuer, hieß es noch im April dieses Jahres. Abrechnung nach Quadratmetern oder doch nach Stunden? Dieser Streit entzweite daraufhin die Gemeinde Wittendörp und die Stadt Wittenburg. Diese Kritik hatte der 2. Stadtrat Lothar Otto sofort entschieden zurückgewiesen.

Aufgrund seiner schwierigen Finanzlage untersteht Wittendörp übrigens der Haushaltssicherung und muss händeringend versuchen, in allen Bereichen Ausgaben zu sparen. Deshalb wurden die geplanten Mittel für Grünflächenpflege von ungefähr 25 000 Euro auf rund 14 000 Euro gekürzt.

"Wir haben uns nie geweigert, die Arbeit zu übernehmen und stehen nach wie vor zur Verfügung, aber zu einem kostendeckenden Stundensatz. Es kann nämlich nicht sein, dass die Stadt Wittenburg zubuttern muss für Leistungen in Wittendörp", betont Otto gestern auf SVZ-Anfrage.

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