Boizenburg : Ausstellung: Meine Bilder verstehen alle

Winterbild: Gleich wird der dritte Dorfjunge eingeseift...
Winterbild: Gleich wird der dritte Dorfjunge eingeseift...

Bilder von Erika Uerckwitz in der Kirche von Blücher

svz.de von
10. August 2016, 10:58 Uhr

Seit dem Wochenende sind 27 Bilder der in der Region sehr bekannten Malerin Erika Uerckwitz in der Kirche von Blücher zu sehen. „Die Ausstellung dauert bis zum 18. September“, erklärt Ulrich Dressler vom Förderverein der Kirche, der die Schau organisiert hat. „An den Wochenenden lässt unser ‘Turmdienst’ zwischen 11 und 16 Uhr die Besucher ein.“ Außerhalb dieser Zeiten können sich Interessierte bei Ulrich Dressler unter der 038844-21602 melden oder bei Erika Uerckwitz selbst unter der 038844-23879. Denn die Malerin wohnt und arbeitet im Dorf nebenan, in Besitz.

„Was ich mache, nennt sich Postimpressionismus“, meint die Künstlerin, die sich selbst so nicht nennen will, weil sie keinen akademischen Abschluss hat. Doch das ganze Leben der 76-Jährigen wurde und wird durch die Malerei bestimmt. Seit ihrer Kindheit in Schwerin malt sie. Sie absolvierte eine Lehre als Gebrauchswerberin, arbeitete elf Jahre am Staatstheater Schwerin als Dekorateurin und leitete anschließend neben ihrer Arbeit als führende Ergotherapeutin im Krankenhaus Waldeck viele sehr beliebte Malzirkel. Doch erst seit 1979 bezeichnete sie ihr Schaffen als „künstlerisch“.

Prägend war in den 80er Jahren für sie der berufsbegleitende Besuch der Spezialschule für Malerei, wo sie bei Paul Eisel und vor allem bei seinem Vater Fritz lernte, einem sehr bekannten DDR-Kunstprofessor aus Dresden.

Seit 1979 hat sie über 600 Bilder geschaffen, die allermeisten fanden sofort einen Käufer. Auch von den Bildern der Ausstellung in der Kirche Blücher befinden sich nur noch zwei in ihrem Besitz. „Als mein Mann und ich 2003 aus Schwaan hierher zu unseren Kindern zogen, dachte ich, es ist vorbei mit den vielen Fans meiner Bilder“, gesteht die angenehm bescheidene Frau. „Aber das ist doch nicht so.“ Viele gebildete Leute wie zum Beispiel Ärzte gehörten zu den Liebhabern ihrer Malereien, was Erika Uerckwitz selbst erstaunt. „Ich dachte immer, die wollen eher so modernes, verrücktes Zeug. Aber nein. Meine Bilder verstehen alle.“

Jedes Jahr zeigt sie im Rahmen von „Kunst offen“ in der Scheune auf dem heimatlichen Hof in Besitz ihre Jahresproduktion von etwa 20 Bildern, und jedes Mal sind kurz darauf auch alle verkauft.

Ob sie sich vorstellen kann, eine Zeit lang gar nicht zu malen? „Jaaa.. natürlich“, sagt die sehr jugendlich wirkende Seniorin fast entrüstet. „Im Moment habe ich mir gerade eine Pause genommen.“ Eine ganze Woche lang ...

Ihre Motive findet sie, wo sie geht und steht. „Mecklenburg ist so zauberhaft schön“, schwärmt die Mecklenburgerin, „da muss man sich nur einmal auf dem Absatz umdrehen und hat Ideen für 20 Bilder im Kopf.“

So oft wie früher malt sie allerdings nicht mehr an ihrer Staffelei allein draußen in der Natur, das mag sie seit einiger Zeit nur noch in Begleitung. Heute macht sie sich meist Skizzen vom Motiv oder der Situation und schreibt die Farben daneben, die sie dafür verwenden möchte. Die Ausführung geschieht dann in ihrem Atelier in Besitz. Bis zu 14 Tage dauert es zumeist, bis die Künstlerin mit ihrem Werk fertig und zufrieden ist. Ihr Mann Jürgen, mit dem sie seit 1963 verheiratet ist, sei ihr größter Kritiker, verrät Erika Uerckwitz. „Manchmal kommt er nur, sieht das Bild, schüttelt den Kopf und sagt, er schaut morgen wieder vorbei“, lächelt sie.

Erika Uerckwitz nimmt übrigens immer noch Aufträge an, auch für Porträts.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen