Neuhaus : Aus mausgrau mach bunt

Sollen wie hier an der K59 zwischen Rassau und Kaarßen heimische Feldblumen am Straßenrand bald für mehr Artenreichtum sorgen?
Sollen wie hier an der K59 zwischen Rassau und Kaarßen heimische Feldblumen am Straßenrand bald für mehr Artenreichtum sorgen?

Pilotprojekt soll mit dem Bewuchs von Straßenrändern den Artenrückgang aufhalten

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22. März 2018, 08:00 Uhr

So kompliziert der Name Biotopverbund Elbtal Amt Neuhaus, kurz BENe, klingt, so groß ist auch die Aufgabe, die hinter dem Projekt steckt. Es geht dabei nämlich um nichts geringeres als das Stoppen des Artensterbens. So fasste es zumindest der Manager dieses Pilotprojektes, Dr. Olaf Anderßon, in seiner offiziellen Vorstellung am vergangenen Montag im Neuhauser Haus des Gastes zusammen.

Der promovierte Biologe ist sich dabei der Tragweite seiner Worte bewusst. Er sieht aber auch die Brisanz dieses Themas: „Ich habe jetzt auch schon ein paar Lenze hinter mir und bereits während meines Studiums war das Artensterben ein permanentes Thema. Bis jetzt hat sich da nicht viel getan. Das will ich ändern.“

Und genau deswegen musste er sich auch auf die seit 2016 entwickelte Stelle des Projetkmanagers für den BENe bewerben: „Ich war sehr glücklich, als ich dann auch die Zusage bekommen habe.“ Nun hat Anderßon, der aus Bleckede stammt, seit dem 1. März mit seiner Arbeit begonnen.

Häufig in seinem Büro, das sich in der Bücherei neben dem Haus des Gastes befindet, wird der Biologe jedoch zunächst nicht anzutreffen sein. „Das Projekt ist vollkommen auf Freiwilligkeit ausgerichtet. Deswegen muss Herr Anderßon auch erst einmal viel unterwegs sein, um mit den Menschen im Amt zu sprechen“, berichtet der Fachdienstleiter Umwelt vom Landkreis Lüneburg, Stefan Bartsch.

Besonders ins Auge fassen die Beteiligten zunächst die ansässigen Landwirte. „Mit ihrer Kooperation wäre uns bei unserem Vorhaben viel geholfen“, blickt Anderßon auf die Möglichkeiten, die sich dem Schutz der Artenvielfalt in diesem Bereich bieten. Konkret denkt er dabei daran, auf den Feldern kleine Räume zu schaffen, auf denen Blühpflanzen neue Lebensräume für Insekten bieten.

Denn gerade bei diesen kleinen Tieren soll zuvorderst ein Aufhalten des Artensterbens erzielt werden. Schließlich sind gerade Wildbienen, Fliegen aber auch Schmetterlinge und Käfer für die Bestäubung der Pflanzen erforderlich, die dann Mensch und Tier ernähren.

Einen weiteren Ansatzpunkt zur Verbesserung der Situation, sieht Anderßon auch in dem Bewuchs der Wegeseitenränder. „Mit Blick auf die Straßenränder soll bereits schnell etwas passieren. Durch deren Bewuchs hätte man sofort mehr Blühfläche und zudem auch Korridore für die Insekten, die dann zu den unterschiedlichen Orten gelangen können“, so der Biologe. „Dahingehend muss natürlich mit allen zuständigen Instanzen geschaut werden, für welche Verkehrswege das überhaupt möglich ist“, fügt Bartsch an.

Zur Verfügung stehen Anderßon hierbei Fördermittel in der Höhe von knapp einer halben Million Euro. Geld, das der Biologe gut gebrauchen kann. Sieht er er doch gerade für das Amt Neuhaus viele Chancen aber auch ebenso viel Handlungsbedarf. An Ideen für das Erreichen seines Ziels mangelt es dem Projektmanager jedoch nicht.

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