Wittenburg : Aus „Lara’s“ wird nun „Miss Pepper“

Pächter Jim Persson, für den Schweden und seine Familie geht Ende des Monats ein Lebensabschnitte zu Ende.
Pächter Jim Persson, für den Schweden und seine Familie geht Ende des Monats ein Lebensabschnitte zu Ende.

Pächter Jim Persson (58) hört nach mehr als 18 Jahren in Wittenburg auf. Die Nachfolge ist bereits geregelt. Großflächiger Umbau startet nach dem 24. Dezember.

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20. Dezember 2017, 08:00 Uhr

Am kommenden Sonntag, dem 24. Dezember, hat das legendäre „Laras“ in Wittenburg seinen letzten Tag. Dann wird geschlossen, um einen großflächigen und umfangreichen Umbau zu starten. Denn aus „Lara’s Truck Stop“ wird künftig „Miss Pepper“, auch ein amerikanischer Diner.

Das Ganze passiert nicht ganz freiwillig, sondern ist Folge einer großen Umstrukturierung im BP/Aral-Konzern. Der hat die „Lara’s“ Restaurants ausgeschrieben und verkauft. Der Sprecher des Konzerns hat bisher auf eine Anfrage unserer Zeitung zu diesem Thema nicht reagiert.

Gastronomie nicht mehr Kernkompetenz

Denn Gastronomie wird offenbar nicht mehr zur Kernkompetenz gerechnet. Das war mal anders, denn der Name des urigen Restaurants leitet sich aus nichts anderem als dem rückwärts gesprochenen Aral verbunden mit seinem Buchstaben S ab.

Restaurant und Aral-Rasthof, das war für Pächter Jim Persson seit mehr als 18 Jahren eine Einheit. Als klar war, dass beides getrennt betrieben werden soll, hat der 58-jährige Schwede schweren Herzens die Notbremse gezogen. Ende des Monats gibt er Restaurant und auch die Tankstelle ab. „Wir haben im Juli 1999 aufgemacht, alles mit erlebt und aufgebaut. Das  fällt jetzt schon schwer, zumal wir immer auf treue Gäste bauen konnten.“

Vor allem das für seine Burger und Chicken Wings bekannte Restaurant mit offener Küche und einer Öffnungszeit von 24 Stunden hatte seine treue Stammkundschaft bis nach Schwerin hin. Nun wird umgebaut, der Neustart ist für Februar kommenden Jahres vorgesehen. Dieses Wunschdatum gab   Richard Atkins, Prokurist bei der Kette „Miss Pepper“, im Gespräch mit unserer Zeitung bekannt. Atkins erklärte zudem, dass Wittenburg nicht der einzige „Laden“ sei, der im Zuge der Umstrukturierung Besitzer und Konzept wechsele. Insgesamt gehe es um sechs  Standorte, beispielsweise nahe Chemnitz, Paderborn oder Nürnberg. Das Personal in Wittenburg  ist vom neuen Betreiber bereits übernommen worden. Atkins: „Wir werden ja gute Leute brauchen.“

Das bestätigte auch Jim Persson, er nannte die Zahl von 18 Beschäftigten allein im Restaurant. „Die Betroffenen wissen es jetzt schon ein paar Wochen, das läuft. Wir sind nicht im Bösen auseinander, das ist alles vernünftig gelaufen.“

Zum Neubau auch ein Personaltrakt geplant

Zu den Neubaumaßnahmen soll nach SVZ-Informationen ein Personaltrakt gehören. Zudem werde die bisherige direkte Verbindung zur Aral-Tankstelle getrennt.

Eine Nachfolgelösung gibt es auch für die Beschäftigten der Tankstelle, weitere zehn bis elf Beschäftigte. Der neue Pächter soll aus Schwarzenbek kommen.

Der jetzige Rasthof war Ende der 1990er-Jahre auf der Grünen Wiese in Sichtweite zur Autobahn errichtet worden. Pächter Persson, der aus Mittelschweden stammt, weiß nach eigenem Bekunden nicht, was er künftig machen wird. Er habe mehrere Angebote und werde sie prüfen. Persson kommt ursprünglich aus der Hotelerie. „Es ist schon ein komisches Gefühl, dass das hier für mich und meine Frau vorbei sein soll, es waren ja fast 19 Jahre. Ich kann mich nur bei allen bedanken, die uns die Treue gehalten haben.“

Die konkrete Übergabe beider Objekte wird dann am 4. Januar stattfinden. Der Kunde soll davon möglichst wenig merken. Richard Atkins will mit der Neueröffnung die bisher zum Teil langen Wartezeiten auf das Essen verringern. „Ein Schnell-Restaurant wollen wir jedoch nicht sein. Wir bleiben ein Diner in der amerikanischen Tradition.“

Wer auf die Neueröffnung nicht warten möchte, der kann sich in relativer Nähe schon einmal die Schwester-Restaurants ansehen. So gibt es den Diner beispielsweise in Hamburg Barsbüttel oder in Barmbeck. Mayk Pohle

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