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Gestern: Betriebsversammlung in Dodow : Aus "Fruchtquell" wird "Wesergold"

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Abschied vom Traditionsnamen "Fruchtquell" in Dodow. Ab sofort ist das Unternehmen keine eigenständige GmbH mehr sondern Teil der "riha-WeserGold Getränke GmbH & Co. KG". Arbeitsplätze sind dadurch nicht in Gefahr.

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erstellt am 12.Okt.2012 | 08:36 Uhr

Dodow | Abschied vom Traditionsnamen "Fruchtquell" in Dodow. Ab sofort ist das Unternehmen keine eigenständige GmbH mehr sondern Teil der "riha-WeserGold Getränke GmbH & Co. KG". Zusammen mit dem Stammunternehmen in Rinteln und der Fertigungsstätte in Öhringen, einer Immobiliengesesllschaft bildet Dodow damit formal ein Unternehmen. Folgen für den Produktionsstandort und die 457 Beschäftigten in Dodow habe dieser rechtliche Zusammenschluss jedoch nicht, betonte gestern Geschäftsführer Richard Hartinger auf einer von mehr als 300 Beschäftigten besuchten Betriebsversammlung.

Der seit Wochen intern vorbereitete Zusammenschluss hatte in der Belegschaft und in der Region doch für einige Unruhe und Befürchtungen über etwaige Sparmaßnahmen und Kürzungen gesorgt. Das schloss die Geschäftsführung gestern jedoch klar aus. "Ich hoffe, ich habe unseren Beschäftigten hier die Ängste nehmen können", erklärte Hartinger direkt nach der Versammlung der Schweriner Volkszeitung. Hartinger, der Sohn des Firmengründers, legte ein klares Bekenntnis zum Produktionsstandort aber auch zu den Werten des Familienunternehmens ab. Und es bleibe auch bei den dezentralen Standorten der Abfüllung, beugte der Chef Befürchtungen vor, man wolle jetzt alles an einem Standort zusammenziehen. Der Zusammenschluss habe schlicht formale Gründe, es gehe um Kostenersparnisse zum Beispiel bei Steuern aber auch um Vereinfachungen für die Kunden, die jetzt nur noch einen Ansprechpartner hätten. Die Fruchtquell GmbH war bisher eine 100-prozentige Tochter der Riha-Gruppe, zu der auch z. B. die Markten "naturella", "Extaler" oder "Fructa" gehören. In dem neuen zusammengefassten Unternehmen mit Stammsitz im niedersächsischen Rinteln arbeiten nun etwa1500 Menschen.

Geschäftsführer Hartinger betonte auch, dass die Stellung des bisherigen Geschäftsführer in Dodow, Frank Jehring, völlig unangefochten bleibe. Nur die Bezeichnung ändere sich jetzt eben in Betriebsleiter. Frank Jehring bleibe auch klar Mitglied in der Geschäftsleitung des neuen Unternehmens.

Hartinger Junior bestätigte gestern auch, dass man weitere Investitionen am Standort Dodow plane. So stehe fest, dass es eine neue Verarbeitung geben werde und man moderne Pressvorrichtungen mit einer höheren Kapazität baue. Die alte Verarbeitung werde aus dem Dodower Dorfkern verschwinden. Allerdings könne er wegen der derzeit sehr angespannten Marktlage nicht sagen, wann genau mit den Arbeiten begonnen werde. Für die weitere Zukunft kündigte er an, dass man sich in der Firmenleitung Gedanken über die deutliche Ausweitung der Lagerkapazität mache.

Für die schwierige Marktlage sind vor allem die zum deutlich gestiegenen Rohstoffpreise aber auch der teilweise ruinöse Preiskampf einiger Mitbewerber zuständig. Die Elro-Gruppe mit ihrer bekanntesten Marke Elmenhorster ist dabei schon auf der Strecke geblieben. Derzeit sorgt mit der Refresco-Gruppe ein weiterer Konzern, der zur Nummer eins in Europa werden will (Eigenwerbung), für einen Preiskampf.

Die Riha-Gruppe sei aber weiter gut aufgestellt, die Auftragslage normal. In Dodow, so Hartinger, strebe man sogar leichte Produktionssteigerungen an. Zu den wichtigen Kunden gehören nach wie vor Aldi mit seinen vielen Organisationen aber auch Edeka sowie viele andere Größen im Einzelhandel. Dennoch bleibe entscheidend, wie sich die Preise entwickeln. Insofern sei auch die Riha-Gruppe immer wieder gezwungen, sich um eine höhere Effizienz und Kostenersparnisse zu kümmern.

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