Die beliebten Fragen zum Wochenende : Aus dem Leben eines Tausendsassas

1966 baute Walter Hegenbart in Wittenburg im Auftrag eines Schweriners dieses sechs Meter lange Holzboot.
1966 baute Walter Hegenbart in Wittenburg im Auftrag eines Schweriners dieses sechs Meter lange Holzboot.

Walter Hegenbart (81) aus Wittenburg hat in seinem Stellmacher-Dasein sogar schon ein sechs Meter langes Holzboot gebaut

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28. August 2015, 14:38 Uhr

Handwerklich ist er ein Tausendsassa, geschichtlich kennt er sich ebenso gut mit seiner Wahlheimat Wittenburg aus. Seit 1946 lebt Walter Hegenbart in der Motelstadt, nachdem seine Eltern und er aus dem Sudetenland ausgewiesen worden waren. 2006 nahm Hegenbart die örtliche Heimatstube auf dem Amtsberg unter seine Fittiche. Rund 2300 Exponate erinnern dort an vergangenes Leben, Lieben und Leiden. An das harte Dasein der Tagelöhner und Bauern. Das mitunter sonderliche Leben der Städter. Alles für die nach uns kommenden Generationen zu bewahren, das Wissen um die Technik und die stummen Zeitzeugen selbst, das treibt den rüstigen Senior und bekennenden Katholiken an.

SVZ-Redakteur Thorsten Meier stellte dem 81-Jährigen auf seiner lichtdurchfluteten Terrasse die beliebten Fragen zum Wochenende.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Schaffe etwas und sei tätig. Am Abend eines Tages muss man was vorzeigen können.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Auf der heimischen Terrasse, in meiner Hollywood-Schaukel, wo ich so schön in die Weite gucken kann. Ein Platz zum Ausruhen, besonders am Abend.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Ich war beim Bauern arbeiten, nach dem Krieg. Das war 1948/49. Da bekam man aber kein Geld, sondern wurde in Naturalien bezahlt. Also Kartoffeln, Butter, Mehl oder Eier

Und wofür haben Sie dann ihr erstes Geld ausgegeben?

Das war 1949, da bekam ich mein erstes Lehrgeld. Das waren 45 Mark der Deutschen Notenbank. Die flossen in den Hausstand meiner Eltern. Mein erstes erspartes Geld habe ich für Ersatzteile ausgegeben, um mir ein altes Rad zusammen zu bauen. Mit dem bin ich dann 1953 durch die ganze DDR geradelt von der Küste bis zum Elbsandsteingebirge.

Wo findet man Sie am ehesten?

In einem meiner zwei Gärten bei gutem Wetter. Bei schlechtem in meiner kleinen Werkstatt im Keller oder in der Heimatstube.

Was stört Sie an anderen?

Besserwisserei sowie Pessimismus. Optimisten leben länger. (grinst)

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Ist ein missbrauchter Begriff, den ich nicht mag. Aber meine Eltern sind für mich immer ein großes Vorbild gewesen. Weil sie mich mit sehr viel Lebensmut durch die Kriegswirren gebracht haben. Mein Vater war ein begnadeter Gärtner. Ich habe heute sogar noch Himbeersträucher von ihm.

Was würden Sie gerne noch können?

Akkordeon würde ich gern noch spielen können. Meine Eltern haben immer viel gesungen, auch bei der Arbeit.

Was bedeutet Ihnen persönlich Glück?

Schutzengel zu haben in heiklen Momenten.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Norbert Blühm, der mal Arbeitsminister war.

Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?

Milch, Obst, Wurst und Käse.

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