20 Fragen : „Augen bestimmen mein Leben“

Heike Brüch in ihrem Hagenower Laden.
Katrin Brüch in ihrem Hagenower Laden.

Im Rentenalter würde sie gerne, mit ihrem Mann, ein einsames Haus am Meer besitzen / Hatte als Kind Angst vor Männern mit Vollbart

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01. Juli 2015, 12:10 Uhr

Ihr Lächeln, ihre nie endende Freundlichkeit sind legendär. Katrin Brüch, die Augenoptiker-Meisterin aus Hagenow, die viel mit ihrem Fahrrad in der Stadt unterwegs ist, hat sehr früh geahnt, was sie werden will.

Ihre Mutter hat damals beim Sanitätshaus, direkt neben Kuno Karls, gearbeitet. Dadurch hat sie bereits in Kindertagen viele Eindrücke von dem Beruf erlangen können. Auch habe ihre Mutter immer gesagt, Augenoptiker wäre doch ein schöner Beruf.

Kuno Karls hat ihr bereits am ersten Tag der Lehre gesagt: „Mädchen, das wird jetzt dein zweites Zuhause.“ Der Optiker habe ihr auch vom ersten Tag an die Liebe für diesen Beruf geschenkt. Dafür sei sie ihm sehr dankbar. „Besonders ist eben auch, das meine Kinder im Geschäft quasi mit aufgewachsen sind. Familie und Beruf waren bei mir immer zu vereinbaren und wer weiß, was meine Kinder daraus machen“, sagt Brüch dazu.

SVZ-Mitarbeiter Christian Kleiber stellte der 39-Jährigen im „Mien Brill Laden“ die bei vielen unserer Leser so beliebten Fragen zum Wochenende.


Wie lautet Ihr Lebensmotto? Beschäftige dich nicht mit Dingen, die hinter dir liegen. Sondern schaue immer nach vorne.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Ich liebe mein Zuhause mit der Familie und unseren Garten. Wenn ich mal viel Zeit habe, sitze ich auf meiner Terrasse und schaue bis zur Schmarre runter. Bei herrlichem Sonnenschein ist dies das Schönste.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Mein erstes Geld verdiente ich als Schülerin in den Ferien bei meinem Papa an der Bandsäge. Ich habe dort Schnecken ausgesägt, die für die Kabeltrommeln benötigt wurden.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?

Ich sparte für meine Fahrerlaubnis. Das einzige was ich mir kaufte, war ein Radiowecker. Ich wollte jeden Morgen mit Musik geweckt werden.

Wo findet man Sie am ehesten? Natürlich in meinem Geschäft in der Langen Straße oder freitags in der Filiale in Lübtheen.

Was stört Sie an anderen?

Menschen die niemals zufrieden sein können.

Wer ist Ihr persönlicher Held? Mein Held ist mein Lehrausbilder und jahrelanger Chef Kuno Karls. Der mir vom ersten Tag meiner Ausbildung die Liebe zur Augenoptik schenkte.

Was würden Sie gerne noch können?

Ich habe meine Ausbildung und Meister in einer sehr kurzen Zeit gemacht. Mit 22 Jahren war ich damals die jüngste Augenoptiker-Meisterin. Jedenfalls bin ich ohne Rast und Ruh und würde gerne noch meinen „Optometrist“ machen. Das ist ein weiteres Gebiet, welches das medizinische Wissen rund um das Auge mit einbezieht.

In Deutschland sowie in der Schweiz und Österreich ist das Berufsbild des Optometristen bisher noch wenig bekannt. Dennoch ist das umfassende Zusatzwissen bei der täglichen Arbeit sehr hilfreich.

Was bedeutet Ihnen persönlich Glück?

Mein Mann und meine Kinder sind für mich das reinste Glück.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Ina Müller, der würde ich gerne mal zuhören wie sie mir ein paar Passagen aus ihrem Leben erzählt.

Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?

Ganz viele Milchprodukte für die Kinder, Käse, Bio-Eier, oder andere biologisch angebaute Produkte. Eine gesunde Ernährung ist für meine Familie und mich sehr wichtig.

Wenn Sie kochen oder essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?

Wenn mein Mann und ich mal die Zeit zum essen gehen finden, dann Sushi - das lieben wir beide unwahrscheinlich. Ansonsten bin ich ein typischer Mecklenburger, für mich gehören immer Kartoffeln dazu.

Worauf könnten Sie niemals verzichten?

Auf meine Kolleginnen.

Welchen Traum wollen Sie sich noch erfüllen?

Mein Mann und ich träumen davon, als Rentner ein einsames Haus am Meer zu haben. Ohne viel Schnickschnack oder sonstigen Luxus. Wir wollen die Ruhe und Einsamkeit genießen.

Können Sie sich mit nur einem Wort beschreiben?

Herzlich.

Wo ist für Sie Heimat?

Hagenow ist meine Heimat und daheim fühle ich bei mir Zuhause, in der Langen Straße.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten?

Das erste, was ich mir wünschen würde, wäre ein revolutionärer Durchbruch in der Medizin. So das Krebs für alle Menschen heilbar wäre.

Als zweites würde ich mir wünschen, dass die Bundesregierung mehr für die Bildung, Betreuung und Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen macht.

Zu guter Letzt würde ich mir wünschen, dass wir als Familie steinalt werden und gesund bleiben.

Welches Buch lesen Sie gerade?

,Die letzten Tage von Rabbit Hayes’, ein sehr trauriges Buch über eine junge Frau, die an Krebs erkrankt ist und ihre letzten neun Tage beschreibt.

Verraten Sie uns etwas, was kaum jemand über Sie weiß?

Ja, aus meinen Kindheitserinnerungen. Ich hatte früher schreckliche Angst vor Männern mit Vollbart. Wenn unser Nachbar damals zu Besuch kam, musste er sich immer ein Geschirrhandtuch vor dem Bart halten.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?

Meiner Freundin Heike Nörrenberg. Sie hat ein fantastisches Projekt in Uganda. Dort hilft sie schwerhörigen Kindern.

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