Wittenburg : Aufruhr gegen Schwerlastverkehr

Stadtvertreter Sven Moß hat auf der Sitzung am Mittwoch einen Beschlussvorschlag zur Erweiterung der Tempo-30-Zone im Bereich Rosenstraße/Bahnhofstraße eingebracht, der von allen Fraktionen einstimmig befürwortet wurde. Fotos: Thorsten Meier
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Stadtvertreter Sven Moß hat auf der Sitzung am Mittwoch einen Beschlussvorschlag zur Erweiterung der Tempo-30-Zone im Bereich Rosenstraße/Bahnhofstraße eingebracht, der von allen Fraktionen einstimmig befürwortet wurde. Fotos: Thorsten Meier

Anwohner der Bahnhofstraße, Rosenstraße und Schlüterstraße fordern eine Gewichts- und Geschwindigkeitsbegrenzung

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28. November 2014, 14:17 Uhr

Widerstand formiert sich bei den Anwohnern der Bahnhofstraße, Rosenstraße und Schlüterstraße. Sie  fordern seit Jahren schon, von Schwerlastverkehr und  Bleifußpiloten  vor der Haustür genervt, endlich eine Gewichts- und Geschwindigkeitsbegrenzung. Und haben mit einer Unterschriftenliste, auf der 98 Namen verewigt sind, ihrem Begehren bereits  im Frühjahr Nachdruck verliehen.

Als „längst überfällig“ bezeichnet Sven Moß das Handeln. Der 48-Jährige ist nicht nur Anwohner der Bahnhofstraße, sondern auch Stadtvertreter. „Der Bereich um die Kreuzung Bahnhofstraße-Rosenstraße gehört zu den am stärksten frequentierten Straßenabschnitten unserer Stadt. Über den normalen Verkehr hinaus wird er überdurchschnittlich stark von Schwerlasttransportern und Bussen befahren. Nicht zuletzt deshalb befindet sich die Rosenstraße auch in einem katastrophalen Zustand“, berichtet der Wittenburger und zeigt auf die mit Asphalt notdürftig geflickten Löcher. „Spätestens nach dem ersten Frost sind die wieder offen und gefährden die Sicherheit“, ist sich Moß sicher. Um die Kreuzung herum  gäbe es  die Apotheke, etliche Praxen und Bushaltestellen. Sie  sei  auch Teil des Schulweges für Schüler aus  der Schlüterstraße, Hagenower Chaussee und Helmer Weg. Verschärfend komme hinzu, dass sich einige Kundenparkplätze im unmittelbaren Kreuzungsbereich befänden und nur rückwärts verlassen werden könnten. „Da diese Parkplätze unter anderem wegen anderer am Straßenrand parkender Fahrzeuge nur schwer einzusehen sind, kommt es hier immer wieder zu Unfällen. Glücklicherweise handelte es sich bisher stets nur um Blechschäden.“

Um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, werde  die Tempo-30-Zone nun erweitert. „Das haben wir fraktionsübergreifend am Mittwoch einstimmig beschlossen. Das heißt, dass das Tempo-30-Schild zur Verkehrsberuhigung an den Anfang der Bahnhofstraße kommt. Denn die Anwohner haben sehr viel Geld in ihre Häuser investiert. Schon lange geht die Angst um, weil die Gebäude durch den Schwerlastverkehr in Mitleidenschaft gezogen werden“, berichtet Moß. Er selber habe auch schon einige Tausend Euro angefasst, um Risse in der Fassade seines Hauses zu reparieren.

Für das  Klirren der Gläser in den Wohnzimmerschränken seien  vor allem die Laster verantwortlich, die täglich zum  Raiffeisen-Agrarhandel in die Schlüterstraße müssten, erzählt der Sozialdemokrat im SVZ-Gespräch.  Zwangsläufig benutzten sie für ihre Anfahrt auch Bahnhof- und Rosenstraße.

„Ich habe mich im März dieses Jahres hilfesuchend an die Führungsetage des Unternehmens gewandt. Man hat mir geantwortet, dass den Damen und Herren dort  an einer guten Nachbarschaft gelegen sei und man die Unannehmlichkeiten bedauere, die die Anlieger beträfen. Man hat mir gleichzeitig versichert, dass man ebenso an einer einvernehmlichen Lösung des Problems interessiert sei.“

Die Agravis Raiffeisen AG ist seit Anfang des Jahres Eigentümerin der Immobilie in der Schlüterstraße. „Ein zuständiger Mitarbeiter unseres Hauses sowie unser Geschäftsführer Herr Dr. Ernst Kühnle sind seit einigen Wochen mit den Behörden im Gespräch, um den Sachverhalt zu klären und nach einer Lösung zu suchen. Eine alternative Zufahrt zu unserem Gelände würde auch unseren Vorstellungen entsprechen“, heißt es wörtlich in dem Antwortschreiben. Doch dafür müssten Rahmenbedingungen, Kosten und Fördermöglichkeiten einer alternativen Erschließung des örtlichen Bahnhofgebietes geklärt werden. Das könnten nur  Stadt und  Planungsverband.

Sven Moß indes  sieht seinen Vorstoß zur  Erweiterung der Tempo-30-Zone als so wörtlich „ersten kleinen Teilerfolg für die  Anwohner.“

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