Soldaten aus MV für Nato im Osten aktiv : Aufrücken in die „Speerspitze“

Hagenower Grenadiere auf einem Übungsplatz in der Altmark, in diesem Jahr wird wieder besonders viel geübt und trainiert.
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Hagenower Grenadiere auf einem Übungsplatz in der Altmark, in diesem Jahr wird wieder besonders viel geübt und trainiert.

Hagenower Soldaten stellen bald wichtige Teile der Nato-Eingreiftruppe für die Ostflanke. Andere Einheiten für Afghanistan verplant:

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22. April 2017, 05:00 Uhr

Hunderte Soldaten der beiden in Hagenow stationierten Bataillone werden in den kommenden Jahren zu dem schnell verlegbaren Eingreifverband der NATO gehören. Bereits in diesem Jahr werden sich 150 Grenadiere der 2. Kompanie sowie noch einmal 270 Soldaten des Versorgungsbataillons 142 auf diese Aufgaben vorbereiten. Denn diese Einsatzgruppe mit sehr hoher Einsatzbereitschaft wird nicht umsonst auch „Speerspitze“ genannt. Binnen weniger Tage sollen diese Soldaten alarmiert und voll einsatzbereit samt Ausrüstung am Einsatzort sein. Dabei geht es um die Nato-Ostflanke, also beispielsweise das Baltikum. Oberstleutnant Jan-Friedlich Tilmann, Kommandeur des Panzegrenadierbataillons 401 Hagenow, sprach gestern von zehn Tagen, die man maximal für eine Verlegung Zeit hätte. Dieses Jahr wird sich intensiv darauf vorbereitet, 2018 die Bereitschaft hochgefahren und gehalten. Im Ergebnis werden sich damit die Soldaten über viele Monate hinweg ständig einsatzbereit halten müssen, auch im Urlaub. „Alarmbereit“ heißt das, binnen weniger Stunden muss der Soldat in der Kaserne sein, immer.

Auch das Übungs-Szenario richtet sich für die Betroffenen nach der neuen Aufgabe. Die 150 Mann unter dem Befehl von Hauptmann Nick Delfs werden auch bevorzugt ausgerüstet, ihre 14 Schützenpanzer „Marder“ müssen immer einsatzbereit sein. Das ist angesichts der momentan nicht gerade günstigen Lage beim in die Jahre gekommenen Großgerät keine Selbstverständlichkeit.

Auch die Versorgungsfachleute vom Nachbarbataillon 142 richten sich auf ihrem Gebiet auf die mögliche Versorgung des insgesamt dann 5000 Soldaten zählenden multinationalen Korps ein. Auch für sie gelten die strengen Alamierungsregeln.

Bei den Hagenower Grenadieren kommt aber auch in den anderen Einheiten keine Langeweile auf. Bereits Anfang Mai gibt es den Startschuss zu einer Großübung auf dem Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen. Zuvor wird es einen Marsch von fast 200 Fahrzeugen von Hagenow bis an die Elbe bei Havelberg geben, wo beide Verbände dann über die Elbe mit speziellen Fähren setzen werden.

Hagenows Grenadiere sollen Teile der Übung mit amerikanischen Soldaten absolvieren, die extra dafür aus den USA verlegt werden. Zum Plan der Übung, der der Name „Haffschild“ gegeben wurde, gehört dann das gemeinsame Schießen auf dem Bergener Schießplatz. Dabei würden die Amerikaner auch ihre schweren Panzer vom Typ „Abrams“ einsetzen. Für die Übung sind die US-Soldaten in Stärke einer Kompanie den Deutschen unterstellt.

Das alles, so Tilmann, diene der Verbesserung der Einsatzbereitschaft seiner Grenadiere. Denn die nächsten Aufgaben stehen bereits an. Und wieder wird der mögliche Einsatzort Afghanistan heißen. Zunächst wird die 4. Kompanie der Hagenower ab Ende Dezember die Eingreifreserve bilden, kann also ab da jederzeit an den Hindukusch verlegt werden. Die dritte Kompanie wird hingegen ab Juni 2018 für einige Monate ins afghanische Mazar I Sharif gehen und dort Schutzaufgaben für die dort arbeitenden Ausbilder und Unterstützungskräfte leisten. Der Einsatz soll mit der entsprechenden Verlegung vier bis sechs Monate dauern. Die Zielrichtung aller Ausbildung und Einsätze ist klar: Alle Einsatzkräfte müssen sich auf mögliche Kampfeinsätze einstellen.

Kommandeur Tilmann, der nach SVZ-Informationen im April kommenden Jahres aus Hagenow versetzt wird, kann sich dabei auf das derzeit „am besten aufgestellte Panzergrenadierbataillon der Bundeswehr verlassen.“ Das betrifft nicht nur die im Einsatz erfahrenen Mannschaften, sondern insbesondere auch die Unteroffiziere. Aktuell zählen zum Bataillon 860 Soldaten.

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