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Hagenower Kreisblatt

18. November 2017 | 18:34 Uhr

Auf ständiger Suche nach Familie Biber

vom

svz.de von
erstellt am 17.Jun.2013 | 05:33 Uhr

Bandekow | Gestern bei Bandekow: Der junge Vormittag schenkt Simone Schneider sein sonnigstes Lächeln. Sie sucht Familie Biber. Wieder einmal. Seit das Hochwasser da ist, gehört das zu ihrer wichtigsten Aufgabe. Sie ist unterwegs zwischen dem Polder Gothmann, der bislang zum Glück noch nicht geflutet werden musste und der Flutschleuse in Richtung Niedersachsen. Sie hört Amsel, Goldammer, sieht einen Turmfalken, Kraniche, Schwäne und Störche. Meister Adebar lebt derzeit in Saus und Braus, erwähnt die staatlich geprüfte Natur- und Landschaftspflegerin. Selten findet der so üppig Nahrung für seine Kleinen, wie in einem Überflutungsgebiet.

Dagegen kämpft der Biber in Tagen wie diesen ums Überleben. Der Mensch hatte den Nager wegen seines dichten braunen Fells und dem essbaren Fleisch in weiten Teilen Europas ausgerottet. Seit er unter strengem Schutz steht, erholten sich seine Bestände wieder. Von Boizenburg bis Dömitz, so erzählt die Rangerin, gibt es aktuell um die 30 Biberfamilien. Durch die Flut sind sie nun wieder bedroht. Die fleißigen Baumeister haben für sich und die Ihren verschiedene Burgen gebaut, Residenzen für Sommer und Winter sowie Zufluchtsorte im Fall einer Flucht. Die meisten stehen unter Wasser. An dieser Stelle ist es offensichtlich gelungen, ein Obergeschoss zu errichten, sagt sie und zeigt auf einen Hügel dessen verbauten Zweigen zu sehen sind. In der Erde steckt ein Stab. Seine Aufschrift "Biberburg mit Tieren" weist auf die Bewohner hin. Feuerwehrleute verwenden rote Stäbe, um entdeckte Sickerstellen am Deich zu markieren. War ein Biber als möglicher Verursacher in Sicht, der für sich und seine Familie im Damm einen neuen Platz schaffen wollte und dafür anfing zu graben, erhält das Biosphärenreservat eine Info von den Deichwachen. Beschädigungen werden sofort mit Sandsäcken verbaut und gesichert. Die Zusammenarbeit klappt bestens, loben Friedhelm Kohl und Christian Schulz. Die Feuerwehrleute sind auch an diesem Vormittag mit Rex als Deichläufer auf Tour. Einen Biber haben sie nicht gesehen.

Simone Schneider auch nicht. Sie kann die Sorge der Menschen um den Deich verstehen. Doch Biber deshalb gleich abzuschießen, sei wirklich die letzte Lösung. Es sollte genügen, ihn zu stören und mit viel Krach zu vertreiben. In der Regel sei das erfolgreich.

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