Hagenow : Auf Orgel-Spurensuche gegangen

Das Manual der Orgel in Klinken von Johann Heinrich Runge.
Das Manual der Orgel in Klinken von Johann Heinrich Runge.

Aktuelle Sonderausstellung des Museums Hagenow in der Alten Synagoge widmet sich diesem Kapitel der Stadtgeschichte

svz.de von
02. Mai 2019, 12:00 Uhr

Hagenow | In Hagenow gibt es nicht nur Kirchenorgeln, sie wurden auch hier gebaut. Die aktuelle Sonderausstellung des Museums Hagenow in der Alten Synagoge in Hagenow widmet sich diesem bisher wenig beachteten Kapitel der Stadtgeschichte. Mit Johann Heinrich Runge wirkte in Hagenow von 1841 bis zu seinem Tod 1885 einer der wenigen Orgelbauer der Region. In seinem 44 Jahre andauernden Schaffen hat er 26 Instrumente neu gebaut und für vier Instrumente ein neues Gehäuse geschaffen.

Orgelbauer in Mecklenburg waren im 19. Jahrhundert nur in größeren Städten zu finden. „Es ist schon erstaunlich, dass sich in unserer Kleinstadt ein so seltenes Handwerk angesiedelt hat“, betont Museumsdirektor Henry Gawlick, der an der Ausstellung mitgewirkt hat.

Initiator der Ausstellung ist jedoch Stefan Reißig. Für ihn als Kreiskantor und Organisten sei es spannend, sich mit einem lokalen Orgelbauer konfrontiert zu sehen und in die Geschichte dieses Handwerks in der Region einzutauchen. Die Orgel der Stadtkirche Hagenow ist neueren Datums. Daher freut sich der Kirchenmusiker umso mehr, dass die meisten Instrumente aus Runges Werkstatt heute noch erhalten sind.

Gemeinsam mit dem Orgelsachverständigen Friedrich Drese habe sich der Kantor und der Museumsleiter auf Spurensuche begeben und die erhaltenen Instrumente dokumentiert. Ergänzt werden die fotografischen Porträts durch Bauzeichnungen und historische Abbildungen. Die Ausstellung gibt somit einen Überblick über das Leben des Orgelbauers und die von ihm geschaffenen Instrumente.

Ein kleiner Exkurs über die Geschichte der Orgeln in deutschen Synagogen schließt an die Präsentation an. Die Ausstellung kann bis zum 30. Juni 2019 jeweils Dienstag und Donnerstag zwischen 9 und 12 Uhr sowie 14 und 17 Uhr sowie Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr besichtigt werden.


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