Boizenburg : Auf in die höhere Politik

Diese sieben Jungen und Mädchen gehören zum Stamm der politisch engagierten Jugendlichen, die sich ein Parlament in Boizenburg wünschen.
Diese sieben Jungen und Mädchen gehören zum Stamm der politisch engagierten Jugendlichen, die sich ein Parlament in Boizenburg wünschen.

Heranwachsende aus Boizenburg wollen ein Jugendparlament in der Stadt gründen

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26. März 2018, 21:00 Uhr

Ein Ruck der Jugend geht durch die Stadt an der Elbe. Das ist zumindest der Wunsch von Daniel Rupp und Torben Knaak. „Wir finden die Jugendlichen in der Stadt wirklich unterrepräsentiert“, sind sich beide einig, auf den Grund ihrer Initiative angesprochen. Die beiden Schüler wollen nämlich ein Jugendparlament in Boizenburg gründen und sich somit für mehr Jugendpartizipation einsetzen.

Ganz neu sind die zwei Jungs nicht, was die Organisation von Gruppen für Jugendliche betrifft. „Als wir noch an der Rudolf-Tarnow-Schule waren, haben wir dort im Jahr 2015 das erste Demokratie-Projekt gegründet, aus dem dann schließlich die Gruppe ‚Schule mit Herz‘ hervorgegangen ist“, berichten die jetzigen Gymnasiasten über ihr bereits gezeigtes Engagement. Der Erfolg dieses Projektes beflügelte die zwei 17-Jährigen, die das Interesse an der Politik und vor allem an der Demokratie danach nicht mehr verloren haben.

„Damals hat sich das spontan ergeben. Damit haben wir nun auch wegen unseres Weggangs von der Schule abgeschlossen und jetzt mit dem Jugendparlament etwas Neues gefunden“, so Knaak, der durch eine überregionale Informationsveranstaltung auf ein solches Sprachrohr für die Heranwachsenden aufmerksam gemacht wurde. Die Zeit, die dieses Vorhaben dabei in Anspruch nimmt, nehmen sie und ihre acht Mitstreiter, die zum Stamm der Organisatoren gehören, in Anbetracht der möglichen Mitbestimmung gerne in Kauf. „Ich war schon in der siebten Klasse Schülersprecher, so dass ein politisches Engagement bereits in gewisser Hinsicht mein Hobby geworden ist“, erzählt Knaak, dessen Einstellung sein Freund Rupp teilt.

Beide kennen jedoch auch die großen Hürden, die sie für ein Jugendparlament in Boizenburg nehmen müssen. „Es kann ganz schnell gehen, mitunter aber auch Jahre dauern. Vieles hängt von der Stadt und ihrem Votum für ein solches Gremium ab“, so die Jungs, die bereits auf der letzten Stadtvertretersitzung Werbung bei den Fraktionen für ihr Projekt gemacht haben.

Das scheint auch wichtig, denn das Vorhaben der Jugendlichen stößt nicht nur auf volle Zustimmung. „Ich finde es toll, dass es Heranwachsende gibt, die sich so für ihre Belange und die ihres Umfelds einsetzen wollen. Mir erscheint ein Jugendbeirat jedoch sinnvoller“, so Bürgermeister Harald Jäschke, der in der Organisation eines Jugendparlaments zu viel Verwaltungsaufgaben sieht. Unterstützt wird der Verwaltungschef dahingehend auch vom Boizenburger SPD-Fraktionsvorsitzenden Heinz Gohsmann. Zudem denken beide, dass die Mitbestimmung durch ein Jugendparlament nicht vollends gegeben sei: „Gerade die 18-Jährigen sollten sich konkret in den Parteien und in der Stadtvertretung engagieren. Da kann man was bewirken.“ Dennoch sind sich auch Jäschke und Gohsmann einig, dass Jugendliche gehört werden müssen: „Man muss von unseren Jugendlichen mehr erwarten und sollte ihnen auch mehr zutrauen.“ Worte, die wiederum Torben Knaak und Daniel Rupp darin bestärken, mit ihrer ambitionierten Idee auf einem richtigen Weg zu sein.

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