Wittenburg : Auf einer Klangreise zum eigenen Ich

Besonders gern arbeitet Kerstin Jenß mit den großen Gongs.
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Besonders gern arbeitet Kerstin Jenß mit den großen Gongs.

Kerstin Jenß aus Wittenburg bietet in einer immer hektischer und zielloser werdenden Welt ganzheitliche Entspannung und Massagen

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11. August 2016, 12:18 Uhr

In Einklang mit sich selbst kommen, das ist es, was Kerstin Jenß will. Dafür bringt sie mit Filz-Schlegeln metallene Schalen zum Klingen. Das Ganze nennt sich Klang-Massage. Dabei berühren feine Vibrationen und Töne Körper, Geist und Seele, fließen durch den Organismus und erreichen alle Zellen.

„Der menschliche Körper besteht zu etwa 70 Prozent aus Wasser. So können sich die Klangwellen hervorragend ausbreiten“, erklärt die 47-Jährige im SVZ-Gespräch. Entspannung, Achtsamkeit, Wertschätzung und Ganzheitlichkeit seien Dinge, die heute immer mehr in das Bewusstsein der Menschen rückten, sagt die gebürtige Altenburgerin, die seit einem Vierteljahrhundert in Wittenburg wohnt und in Schwerin, im Belasso, eine kleine, aber feine Praxis betreibt. „Das Bedürfnis nach Ruhe und Stille nimmt zu, besonders, wenn der Leidensdruck sehr groß ist. Viele dürsten geradezu danach. Das ist unserer hektischen Zeit geschuldet“, weiß Kerstin Jenß aus ihrem beruflichen Alltag. Die Mutter dreier erwachsener Kinder ist vor etwa sechs Jahren das erste Mal auf einer Kur in Kontakt gekommen mit Klangschalen, Gongs und Zimbeln. „Da war ich komplett am Ende, völlig ausgebrannt. Das ständige Funktionieren müssen, hat mich fertig gemacht. Man nimmt die eigenen Bedürfnisse nicht mehr wahr, vergisst sich selber, gerät aus dem inneren Gleichgewicht“, erinnert sich Kerstin Jenß an diese so bittere Erfahrung ihres Lebens.

Mühsam habe sie um das Akzeptieren ihrer eigenen Bedürfnisse kämpfen müssen. Wieder in Kontakt mit sich selber zu kommen, habe sich jedoch gelohnt. „Ich weiß um meine Bedürfnisse und habe gelernt, auch mal Nein zu sagen.“ Das wolle sie an andere weitergeben. Deshalb beschäftige sie sich seit zweieinhalb Jahren mit Klang und ganzheitlicher Entspannung.

Die Menschen, die zu ihr kommen, gehören zu keiner typischen Altersgruppe. Ob Kind, Erwachsener oder Senior, bei allen wirke die Klangschale. „Meine Angebote ersetzen jedoch keine Diagnose oder medizinische Behandlung bei einem Arzt, Heilpraktiker oder Therapeuten“, stellt Kerstin Jenß klar. Sie könnten jedoch Genesungsprozesse unterstützen. Denn auch jenseits des Hörbaren übe der sphärische Klang der großen wie kleinen Schalen eine einzigartige Wirkung aus. Kerstin Jenß: „Die Schalen werden gezielt auf den bekleideten Körper positioniert und behutsam angeklungen. Dem liegt ein über 30 Jahre erprobtes System zugrunde, das auf die Bedürfnisse des Menschen eingeht und das Gesunde in ihm stärkt.“

Das scheint irgendwie logisch, denn das erste, was wir im Mutterleib wahrnehmen, sind Klänge. Sie können auch heute noch an die einstige Zeit der Geborgenheit und Harmonie erinnern. „Besonders Kinder und Ältere lieben die Arbeit mit den Klangschalen. Wahrscheinlich werden dadurch in ihnen Emotionen wieder wach“, erklärt Kerstin Jenß. Und bringt den riesigen Gong in der Ecke des Raumes sachte zum Schwingen. Ein warmer, tiefdumpfer Ton erfüllt das Zimmer. Mit einem Klang, den man nicht nur hört, sondern auch bis tief in den Bauch hinein zu spüren bekommt. Töne, die aus einer anderen Welt zu kommen scheinen.

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