Lassahn : Auf ein Bierchen mit Jan Fedder

Auf dem Arche-Hof in Kneese auch mal den Trecker zu fahren, ist für Mario Langkau ein besonders Vergnügen.
Auf dem Arche-Hof in Kneese auch mal den Trecker zu fahren, ist für Mario Langkau ein besonders Vergnügen.

Mario Langkau aus Lassahn möchte gern Hamburger Urgestein treffen. Die Liebe zu seiner Frau bedeutet dem 48-Jährigen sehr viel

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23. Januar 2016, 14:42 Uhr

Auch mal Nein sagen zu können, ohne schlechtes Gewissen oder gleich als egoistisch abgestempelt zu werden, bedeute einen Gewinn an Freiheit und nicht das Ende der Freundschaft. Das sei eine seiner wichtigsten Erkenntnisse der letzten Jahre, verrät Mario Langkau. Der hühnenhafte Kerl ist ein klassischer Kumpeltyp, der sich erst selbst auf die Schliche kommen musste, um auch mal an sich zu denken. „Weil man sonst unweigerlich vor die Hunde geht“, gesteht Langkau als bekannter Macher in seinem Dorf, der 500-Seelengemeinde Lassahn. Er ist Mitglied in der Ortsteilvertretung, Stadtvertreter in Zarrentin sowie stellvertretender Bürgermeister in der Schaalseestadt sowie Ortswehrführer und Vize-Gemeindewehrführer. Dass er vor 13 Jahren den Dorfverein mit aus der Taufe hob, verwundert eigentlich schon gar nicht mehr.......

SVZ-Redakteur Thorsten Meier beantwortete der 48-Jährige die beliebten Fragen zum Wochenende. Auf dem Arche-Hof Domäne Kneese, acht Kilometer entfernt von seinem Heimatort, wo Mario Langkau als Fachkraft seit drei Jahren behinderte Menschen ausbildet. Beispielsweise in der elfköpfigen Garten- und Landschaftsgruppe. Als wir ihn aufsuchen, steht er überglücklich zwischen den selten gewordenen Wollschweinen im Gehege und füttert sie mit liebevoller Hingabe. Schließlich hat er ja mal Landwirt gelernt. Auf die Haltung alter Schweinerassen wie dem Bunten Bentheimer, dem Angler Sattelschwein und dem Wollschwein hat sich der Hof unter anderem spezialisiert.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Immer nach vorne gucken und niemals zurück. Denn vorne ist die Zukunft.
Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
In Lassahn und Umgebung. Ich bin auch viel am See oder mit dem Motorrad auf Tour, wenn es das Wetter und die Zeit zulassen.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Bei einem Ferienjob als 12 oder 13 Jahre alter Schüler in der ehemaligen LPG Lassahn. Da habe ich Stroh zu Mieten gepackt. War ganz schön anstrengend.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Für ein Moped Simson S 51 Enduro. Da habe ich lange für gespart.
Wo findet man Sie am ehesten?
Entweder bei der Feuerwehr im Ort, im Amt Zarrentin, am See oder in Kneese auf dem Arche- Hof. Dort sitze ich oft auf dem Trecker oder fahre den hofeigenen Kleinbus.
Was stört Sie an anderen?
Vor allem Hinterhältigkeit und Rumgejammere auf hohem Niveau.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Habe ich nicht. Ich bewundere aber meine Eltern, die sieben Kinder großgezogen haben. Und ich schaue zu unserem Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus auf, obwohl er kleiner als ich ist. (grinst) Der weiß viel, hat unheimlich viel in den Kopf zu nehmen und ist als Politiker ein wirklich feiner Mensch. Sehr bodenständig.
Was würden Sie gern noch können?
Englisch lernen. Damals in der Schule hatte ich nicht so recht Lust dazu, für dieses Wahlfach zu pauken. Heute weiß ich, es ist eine Weltsprache, die man braucht.
Was bedeutet Ihnen persönliches Glück?
Die Arbeit auf dem Arche-Hof als eine Einrichtung der Lebenshilfewerk Hagenow GmbH gefunden zu haben. Sie füllt mich total aus, obwohl es große Geduld sowie Einfühlungsvermögen und Verständnis braucht, um behinderte Menschen zu betreuen.
Wen würden Sie gern einmal treffen?
Altkanzler Helmut Schmidt hätte ich gerne mal getroffen. Ansonsten wäre der Schauspieler Jan Fedder derjenige, dem ich gern mal persönlich begegnen würde. Auf ein Bierchen. Er ist ein Hamburger Urgestein, unverwechselbar und authentisch. Ich verpasse kaum eine Sendung mit ihm, z. B. „Neues aus Büttenwarder“ ist ein Muss, hat mittlerweile Kult-Charakter.
Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?
Butter, Milch, Käse, Obst, Gemüse und Joghurt.
Wenn Sie kochen oder essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?
Deftige Hausmannskost. Am liebsten Rinderbraten, Klöße und Rotkohl, Spätzle, gern auch mal Chinesisch. Ansonsten mag ich auch Fisch in allen Variationen.
Worauf könnten Sie niemals verzichten?
Auf meine Frau Annett, sie hält mir den Rücken frei.
Welchen Traum wollen Sie sich noch erfüllen?
Einmal die Hurtigruten bereisen, zusammen mit meiner Frau, bis zum Nordkap, dann über Grönland, Island und Irland wieder zurück. Ja, das wärs.
Können Sie sich mit nur einem Wort beschreiben?
Sozial
Wo ist für Sie Heimat?
Da, wo ich mich wohlfühle, also in Lassahn, am Schaalsee oder in der unmittelbaren Region.
Wenn Sie drei Wünsche frei hätten?
1. Gesundbleiben.
2. In der Krankheit nie auf andere angewiesen zu sein.
3. Klingt zwar abgedroschen, aber: Frieden auf der Welt.
Verraten Sie uns, was kaum jemand über Sie weiß?
Ich habe Höhenangst. Ab vier oder fünf Meter ist für mich Schluss mit lustig. Klingt zwar grotesk für einen Feuerwehrmann, aber für das Erklimmen der Leiter habe ich ja meine Jungs, die ich hochschicken kann. (grinst)
Welches ist Ihre erste Erinnerung an das Reisen?
Ich bin mit meinen Eltern als Kind oft nach Sachsen gereist. Mit dem Zug, das war Abenteuer pur und ist heute noch eine sehr schöne Erinnerung.
Stichwort Liebe: Wie wichtig ist sie in Ihrem Leben?
Ohne die Liebe ist das Leben doch nur die Hälfte wert. Meine ich. Ich bin froh, meine Frau, wenn auch erst relativ spät, gefunden zu haben. Da war ich schon 32 Jahre alt. Aber sie ist meine große Liebe.
Wem sollen wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Dem Geschäftsführer des Zweckverbandes Sude-Schaale in Wittenburg, Nikolaus Johannsen.

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