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LPG-Anlage : Auf der „Gülze“ tut sich was

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Fachämter des Landkreises haben Gelände untersucht / Bodenproben wurden entnommen / Ergebnisse liegen noch nicht vor

Es gibt einen neuen Besitzer auf der ehemaligen LPG-Anlage in Gülze bei Neuhaus. Es wird dort schon wieder gewirtschaftet. Fachämter des Landkreises sind dabei, zu untersuchen, ob von dem Gelände eine Gefahr ausgeht. Bodenproben wurden entnommen. Das ist in aller Kürze das Neueste, was sich zu dem verwahrlosten Gelände am Ortseingang von Neuhaus sagen lässt.

Doch es gibt eine lange Vorgeschichte und die Verhältnisse sind und waren kompliziert: im März 2010 titelte die SVZ „Es tut sich was auf der Gülze“. Der langjährige Bewirtschafter und Eigentümer von landwirtschaftlichen Flächen der ehemaligen LPG und der LPG-Gebäude auf der Gülze hatte aufgegeben und das Land und die maroden Gebäude der großen Hofstelle an Heinrich Lübbecke aus Althagen bei Lüneburg verkauft. Doch Lübbecke war nur an den landwirtschaftlichen Flächen interessiert. Die konnte er aber nur kaufen, wenn er auch die Gebäude übernahm.


Grundstück war im Besitz der Domäne


Das Grundstück unter den Gebäuden war da noch immer im Besitz des Domänenamtes, also des Landes Niedersachsen. Das versuchte, auch den Grund und Boden an den neuen Eigentümer der Gebäude zu verkaufen, aber Lübbecke lehnte ab. Er betreibt einen reinen Ackerbaubetrieb und wollte verständlicherweise kein Geld in die Hand nehmen, um den „Schandfleck“ zu beräumen.

Es tat sich also erstmal wieder eine lange Zeit nichts auf der Gülze. Das Domänenamt versuchte weiter, einen Käufer zu finden, baute zwischenzeitlich auch einen Zaun um das Gelände, damit nicht etwa spielende Kinder zu Schaden kämen.

Ralf Januschewski, ein Automechaniker, der schon seit geraumer Zeit in einem Gebäude auf dem kleineren Teilstück der ehemaligen LPG seine Werkstatt betrieb, kaufte schließlich die ganze Fläche mitsamt den heruntergekommenen Gebäuden im Oktober 2012, auch weil die Domäne ihm das kleine Teilstück nicht zum Verkauf anbot. „Es hieß alles oder gar nichts“, so Januschewski. Er hatte von einem Geschäftsmann aus Neuhaus das Werkstattgebäude gemietet und war aus allen Wolken gefallen, als er erfahren musste, dass dieser gar nicht der Eigentümer war. Noch jetzt läuft die gerichtliche Auseinandersetzung. Seine Absicht sei aber immer gewesen, den größten Teil der Anlage möglichst schnell weiter zu verkaufen, so Januschewski. Das ist ihm im Oktober 2013 gelungen. Er verkaufte an einen Sohn der holländischen Familie Bergsma aus Ortkrug bei Lübesse. Die Tochter Elsina Bergsma hat das Gelände von ihrem Bruder gepachtet und stellte sich auch bereits bei Bürgermeisterin Richter vor. In einem der erhaltenen Ställe wird schon Jungvieh gehalten. Elsina Bergsma fragte bei Richter auch nach, ob es Möglichkeiten gebe, Land zu pachten. Ob der neue Besitzer vorhat, das Gelände zu beräumen, war nicht in Erfahrung zu bringen. Einer von SVZ auf die Mail-Box der jungen Frau gesprochene Bitte um einen Rückruf wurde nicht nachgekommen.

Derweil haben die zuständigen Fachämter des Landkreises das Gelände in Augenschein genommen. Es wurde festgestellt, dass der Zaun in Teilen nicht mehr steht. Bodenproben wurden genommen und es soll untersucht werden, ob von dem Gelände eine Gefahr ausgeht. Die Untersuchungen betreffen das Wasser-, das Bodenschutz- und das Abfallrecht. Ergebnisse liegen aber bisher noch nicht vor. Die Anwohner sind froh, dass etwas geschieht. Sie erinnern sich, dass vor Jahren Asbestplatten von den Dächer genommen wurden und das zerkleinerte Material in die Güllekanäle verfüllt wurde. Das würde das Abfallrecht betreffen. Es tut sich also endlich was auf der Gülze.

 

 

 

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erstellt am 15.Apr.2014 | 13:43 Uhr

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