zur Navigation springen

Kampfbomber in Zeetze abgestürzt : Auf den Spuren von Pilot Paddison

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

William und David Leggett besuchten bei Zeetze die Absturzstelle eines Kampfbombers. Ein Verwandter war dabei 1944 ums Leben gekommen

von
erstellt am 12.Mai.2016 | 06:30 Uhr

Vater und Sohn William und David Leggett stehen auf einem Weg im Wald zwischen Zeetze und Stapel und sind für einen kurzen Moment ganz still. Am 20. Januar 1944 stürzte an dieser Stelle ein Flugzeug (Halifax LL197) der Royal Canadian Airforce (kanadische Luftstreitkräfte) ab, das nachmittags aus England in Richtung Berlin abgeflogen war. Von den sieben Besatzungsmitgliedern überlebte nur einer. Die anderen sechs wurden zunächst in Stapel auf dem Friedhof beerdigt und später auf den britischen Soldatenfriedhof in Berlin umgebettet.

Einer von ihnen war der Pilot Harold Paddison, ein Großonkel von David Legget und der Onkel der Ehefrau von William Legget. „Ein sehr bewegender Moment“, gesteht David Legget, bevor er ein paar Schritte auf die Waldlichtung zugeht. Er findet prompt ein kleines Wrackteil und kann es  kaum fassen.

 Hierher gekommen sind sie mit Manfred Römer aus Rosien und Günther Hagen  und Karl Heinz Möller aus der Revierförsterei Grünen Jäger. Karl Heinz Möller  war Manfred Römer im Zusammenhang mit der Bergung der sterblichen Überreste eines amerikanischen Jagdfliegers im Bohldamm bekannt.  Er sprach ihn auf die Absturzstelle bei Zeetze an und zeigte ihm den Ort. Hier konnte Römer ein gut erhaltenes Wrackteil bergen und sandte die darauf gefundene Nummer und zahlreiche Fotos an die Experten der deutschen Organisation „Missing Allied Air Crew Research“.

Die Antwort kam schnell. Das Flugzeug wurde identifiziert und Römer wusste nun, dass es am 20. Januar  1944 um  16.25 Uhr im Leeming in England gestartet war und um 19 Uhr  über Zeetze abgeschossen wurde. Er bekam auch die Daten (Name und Rang) der Besatzungsmitglieder übermittelt und hat selber weiter recherchiert.

David Leggett machte sich an die Aufklärung Im vergangenen Jahr kreuzten sich dann die Wege von David Leggett, der sich an die Aufklärung des Schicksals seines Großonkels gemacht hatte und Manfred Römer. Legget wusste vom Ort des Absturzes und hatte an mehrere Institutionen in der Region geschrieben, so auch an die Neuhauser Verwaltung - und die stellte die Verbindung zu Manfred Römer her.

Die beiden Leggetts sind seit Anfang Mai in Europa. Sie haben in Frankreich in der Normandie sowohl die Stätten des Ersten als auch des Zweiten  Weltkriegs aufgesucht. Die Familie, die ihre Wurzeln teilweise  in Süddeutschland hat, musste in beiden Kriegen  den Tod von Mitgliedern beklagen. Der Großvater und der Bruder des Großvaters von William Legget kämpften beide in Frankreich im Ersten Weltkrieg, der Großvater kam zurück aber dessen Bruder fiel an der Somme.

Im Zweiten Weltkrieg kam dann der Onkel seiner Frau, Harold Paddison, ums Leben. Ein direkter Onkel kam  heil aus dem Krieg zurück. „Ich erinnere mich noch genau an den Tag seiner Rückkehr“, so William Leggett, der damals fünf Jahre alt war. Er ist emeritierter  Professor für Ozeanographie in Kingston, Kanada, war Präsident der Queens Universität in Kingston.  Sein Sohn David ist Biochemiker und lebt in Boston, USA.  Er bedauert, dass er mit der Recherche zu den Todesumständen seines Großonkels Harold Douglas Paddison nicht schon  früher angefangen hat. Der einzige Überlebende des Absturzes, Ralph Saffran ist nach dem Krieg in seine Heimatstadt Feringtosh in Kanada zurück gekehrt und lebte dort als Farmer. Er starb im Jahr 1985. „Ich habe inzwischen einen Enkel von Ralph Saffran ausfindig gemacht und werde mit ihm in Kontakt treten“, so David Leggett.  Nach dem Besuch der Absturzstelle besuchten die Leggetts zusammen mit Manfred Römer noch kurz den Friedhof in Stapel, wo die Gefallenen zunächst beerdigt worden waren. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen