Weltklasse Läufer Hans Oldag : Auf den Spuren eines Sportstars aus Lübtheen

Hans Oldag bei einem Rennen
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Hans Oldag bei einem Rennen

Christian Froh und Robert Schwenck besuchten die Tochter des berühmten Athleten aus Lübtheen in den USA.

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06. November 2017, 12:00 Uhr

Er war einer der Top-Athleten Anfang des 20. Jahrhunderts - Hans Oldag, ein Lübtheener Junge, 1901 in der Lindenstadt geboren und ein Lauftalent auf Weltklasseniveau. Die Mehrzweckhalle trägt seit 2002 seinen Namen. Doch was hat Hans Oldag eigentlich wirklich geleistet in seiner Karriere, und warum sagte er sich von Deutschland los und startete für die USA bei den Olympischen Spielen in Los Angeles?

Diese Fragen stellte sich vor allem seine Tochter Margaret Syposs in Sanborn, einem Vorort der Stadt Niagara Falls (USA). Und sie sollte auf sehr persönliche Weise Antworten bekommen. Denn auf eine E-Mail an den Lübtheener Ringerverein meldete sich Robert Schwenck zurück, der gerade einen Amerika-Trip mit Kumpel Christian Froh plante. Und was lag da näher als Margaret, ihren Mann Robert und die Nachfahren zu besuchen. „Das war alles so abgefahren. Wir sind mit ganzen Chroniken aus dem Museum, die wir von Marlies Bünsch mit auf den Weg bekamen, losgeflogen. Um Licht in die Familiengeschichte zu bringen“, erzählte Christian Froh. Kurios an sich war ja schon, dass die beiden Lübtheener ohnehin zu den Niagara-Fällen wollten. Der Abstecher zu den Oldag-Nachfahren war also kein großer Extra-Aufwand. Und vor allem sollte er sich lohnen. „Man hat gemerkt wie seine Tochter nach und nach immer mehr verstand, was das Leben ihres Vaters geprägt hatte“, so Froh.

Als junger Läufer war Oldag in der Region um Lübtheen und Schwerin Seriensieger kleinerer Wettbewerbe. Als Schmied konnte er jedoch nicht seine ganze Konzentration auf das Laufen legen und musste deshalb sogar die Deutschen Meisterschaften absagen. Förderung gab es für den Lübtheener Jung nicht. Irgendwann stand fest: Er geht seinem Bruder hinterher in die Staaten, um Leichtathlet zu werden. Mit Erfolg. Sein erster Auftritt war ein Rennen in Canada, das er sofort in Rekordzeit gewann. Im Olympiateam der USA wurde er dann 1932 bei den großen Spielen mit den fünf Ringen Siebter. Dem Vernehmen nach war er der erste Mecklenburger, der bei Olympia so erfolgreich war.

Doch warum Oldag und seine Frau (auch Deutsche) in der neuen Heimat nie in ihrer Muttersprache redeten, bleibt offen. „Seine Tochter wusste es auch nicht. Man kann nur vermuten, dass sie zu dieser Zeit nicht den Nazi-Stempel haben wollten“, so Christian Froh, der mit Robert Schwenck einen ganzen Tag beim Ehepaar Syposs verbrachte. Seine berufliche Vergangenheit in den Staaten kam ihm dabei sehr entgegen, denn er fungierte gerade bei den vielen deutschen Dokumenten als Übersetzer.

Übrigens - der Urenkel von Hans Oldag soll mit seinen knapp zehn Jahren die Gene des Super-Läufers geerbt haben. Vielleicht wird er ja irgendwann auch einmal in Siegerlisten geführt wie sein berühmter Vorfahre.


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