Lübtheen : Auf dem Flug in die Freiheit

Die Seeadler-Dame Sekunden vor dem Start.
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Die Seeadler-Dame Sekunden vor dem Start.

Biosphärenamt Schaalsee-Elbe wilderte eine Seeadler-Dame auf einer Rögnitz-Wiese aus.

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15. Juni 2015, 16:35 Uhr

Mit einem großen Sprung aus der Transportbox und ohne noch einmal einen Blick zurück zu werfen, entschwand der Seeadler auf der Rögnitz-Wiese mit einigen kräftigen Flügelschlägen in die Freiheit. Alle, die mit der Pflege dieses Vogels in den vergangenen Monaten in irgend einer Weise zu tun hatten, wünschten sich nichts anderes.

Die Geschichte der Seeadler-Dame, die offensichtlich in der Elbtalaue zu Hause ist, begann am 17. Januar. Der Lübtheener Hegeringleiter Thomas Schimmelpfennig beobachtete bei einem Pirschgang durch sein Revier einen verletzten Seeadler. Zusammen mit dem Ranger des Biosphärenreservates Schaalsee-Elbe, Volker Demmin, versuchte er, den Adler einzufangen, was sich als recht schwierig erwies. „So ein Vogel lässt sich ja nicht ohne weiteres einfangen. Als sich der Adler dann noch durch einen gefüllten Wassergraben unserem Zugriff entzog, fasste sich der Jäger ein Herz, und watete durch das gefühlte vier Grad kalte Wasser, um schließlich erfolgreich das Netz zu werfen“, erinnert sich Ranger Volker Demmin an die Aktion im Winter.

Simone Schneider, Serviceleiterin und ebenfalls Ranger, hat sich dann um den weiteren Transport und die erste Pflege des Seeadlers gekümmert, zumal damals Wochenende war. Ihre Kollegin, Steffi Raabe, ebenso Rangerin, hat sich des Tieres angenommen und nach Berlin in eine dortige Kleintierklinik gebracht, die spezialisiert ist auf Greifvögel.

Nach den Worten von Paul Sömmer, vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz in Brandenburg, und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Vogel-Pflegestation in Himmelpfort, der den Vogel nach einer Operation pflegte, handelt es sich um ein rund fünf Jahre altes weibliches Tier, kurz vor der Geschlechtsreife. „Der Vogel hatte sich den linken Flügel gebrochen. In der Klinik musste er operiert werden, die Knochenenden wurden mit einem Implantat wieder zusammengefügt“, erzählt der Experte im SVZ-Gespräch.

Bei der Heilung gab es kleine Probleme am Implantat, deshalb habe sich der Genesungsprozess etwas verlängert.  „Jetzt hoffen wir, dass  sich der Seeadler in den nächsten Jahren hier verpaart und dann brütet“, sagt Paul Sömmer. Alle, die mit der Auswilderung des Vogels  befasst waren, sind glücklich über den erfolgreichen Ausgang dieser Geschichte, die am 17. Januar begann.

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