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Hagenower Kreisblatt

22. November 2017 | 04:49 Uhr

Auf Boizenburg kommt etwas zu

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erstellt am 04.Jun.2013 | 07:16 Uhr

Boizenburg | "Es kommt etwas auf uns zu. Eine Flut, deren Ausmaße bislang niemand so recht kennt", eröffnete Bürgermeister Harald Jäschke gestern Vormittag die erste Runde im Rathaus zu dem Thema Hochwasser 2013. Das Gros der Runde am Tisch hat den Katastrophenschutz diesbezüglich 2002 hautnah mit erlebt. Es gibt Stimmen, die von einem neuen Jahrhunderthochwasser sprechen, Bilder aus dem Süden Deutschlands, die dies bestätigen und vage Prognosen vom Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg, aus denen hervor geht, dass diese Flut alles bisher Dagewesene übertreffen würde. 715 Zentimeter sollen es am 9. Juni sein, geschätzte 800 Zentimeter zwei Tage später.

Gestern war das kaum vorstellbar: Ein sonniger Frühlingstag lockte bei einem entspannten Pegelstand von 347 Zentimetern bereits die ersten "Hochwasser-Touris" an. Sie wollten "Wasser gucken". Auf dem Aussichtsturm "Elwkieker" in Vier ist das völlig in Ordnung. Im Fall des Falles wäre der Hafen für sie tabu. Dafür würden die Beamten des Boizenburger Polizeireviers sorgen, versicherte Kriminalhauptkommissar Mario Funk. Derweil begannen hier Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt sämtliche "Schotten" zu schließen. Sie sperrten Treppenaufgänge und Balkone ab. In diesen stand das Wasser im Januar 2011 einige Zentimeter hoch, der Pegel zeigte nach offiziellen Angaben 690. An der Zufahrt zur Bootshalle des Vereins der Freizeitskipper leistete die Schlosserei von Gerhard Frank fachmännische Hilfe. Sie würde, wie Bauhofsleiter Klaus Dettmann sagte, der Stadt immer zur Seite stehen, so sie gebraucht werde. Die Freizeitkapitäne selbst werden dem Vorschlag ihres Vereinsvorsitzenden Klaus Breitenbach folgen und ihre Boote in Sicherheit bringen, da derzeit keiner gewährleisten könne, dass die Steganlage am Vereinshaus der Situation gewachsen sei.

In Boizenburg und seinem Umland sehen die Menschen dem Kommenden mit gemischten Gefühlen entgegen. Die Palette reicht von nervöser Anspannung bis hin zu optimistischer Zuversicht. "Wir werden gemeinsam auch diese Herausforderung meistern", meinte der Verwaltungschef der Stadt mit der Gewissheit, dass in den vergangenen Jahren das Land Summen in Millionenhöhe in den Hochwasserschutz investiert habe. "Dennoch nehmen wir das Alles sehr ernst", betonte er.

Die Feuerwache "Adolf Hansen" ist als Treffpunkt für den Krisenstab festgelegt. Braucht es mehr Platz, findet sich dieser in der Grundschule "An den Eichen". Das Auffüllen von Sandsäcken erfolgt auf dem Gelände des Bauhofes. Für die "arbeitenden" Deichläufer aus den Reihen der Feuerwehr übernimmt die Stadt die Ausfallkosten der Unternehmen.

Auch die umliegenden Gemeinden warten nicht tatenlos ab. Die Maschinerie des Hochwasserschutzes ist angelaufen, bestätigte die Ordnungsamtsleiterin Karin Wienecke. Im Amt Boizenburg-Land wollen heute die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden (Teldau, Besitz, Nostorf, Brahlstorf und Dersenow) mit dem Amtswehrführer Toralf Pfohl und einem Vertreter aus dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt, Baubezirk Boizenburg ihr weiteres Vorgehen beraten. In Stadt und Umland ist auch bekannt: Die in Hagenow stationierte Bundeswehr steht "Gewehr bei Fuß".

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