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Biobauer beenden das kostenlose Entsorgungsangebot : Asbest landete auf dem Berg für Grünschnitt

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Für Kleingärtner und Hausbesitzer rund um das Boizetal gab es eine recht komfortable Möglichkeit, ihren Grünschnitt kostenlos zu entsorgen. Plötzlich fand man diversen anderen Müll und Krönung des Ganzen war Asbest.

svz.de von
erstellt am 25.Nov.2011 | 09:11 Uhr

Heidekrug | Bislang gab es für Kleingärtner und Hausbesitzer rund um das Boizetal eine recht komfortable Möglichkeit, ihren Grünschnitt sowie Äste und Laub zu entsorgen. Dabei brauchten sie nichts zu bezahlen. Zwischen Gresse und Heidekrug befand sich hinter dem Forsthaus dafür eine ausgewiesene Fläche. Yvonne und Dirk Homberger hatten diese zur Verfügung gestellt. Die Gemeinde verfügte selber nicht über einen geeigneten Ort und zahlte den Biobauern dafür einen kleinen Obolus. Auf einem rund zwei Hektar großen Areal begannen sich alsbald Berge zu türmen. Die Hombergers erhofften sich von diesen Humus, den sie unter ihre Äcker pflügen konnten. Ein paar Jahre hatte das auch ganz gut funktioniert. Doch dann begann das große Sortieren.

Polizei ermittelt wegen illegaler Müllentsorgung und Wilddieberei

Da landete längst nicht nur das auf dem Haufen, wofür er gedacht war. Plötzlich entdeckte Dirk Homberger hier auch Flaschen, diverse Abfälle aus Plaste, Steine, Folien und die traurige Krönung des Ganzen war Asbest. Das ist ein klarer Fall von illegaler Entsorgung von Sondermüll, ärgern sich die Biobauern. Die haben nämlich jetzt richtigen Stress. Da sich bislang niemand als Eigentümer zu erkennen gab, erstatteten die Hombergers eine Strafanzeige gegen Unbekannt. Doch damit nicht genug. Wie die Umweltbehörde des Landkreises ihnen mitteilte, sind sie auch zuständig für eine fachgerechte Entsorgung. Das bedeutet mehr Arbeit, und es entstehen vor allem auch Kosten, die die Hombergers auf keinen Fall zahlen wollten.

Der Familienbetrieb reagierte. Jetzt ist Schluss mit lustig, wir ziehen die Reißleine, erklärte Dirk Homberger in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Mit sofortiger Wirkung ist es mit dem kostenlosen Angebot vorbei. Die bislang für jeden frei befahrbare Fläche am Forsthaus wird eingezäunt. Bedauerlich sei diese Maßnahme für all jene, die hier tatsächlich nur Grünschnitt, Äste und Laub herbrachten. Dass sie allerdings offensichtlich dringend notwendig, vielleicht sogar schon überfällig war, beweisen fünf Rehköpfe mit Trophäen, die hier ebenfalls jemand "verloren" hatte. In diesem Fall ermittelt übrigens die Kriminalpolizei wegen Wilddieberei.

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