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Hagenow : Arbeitslose: Kaum einer will in Schichten arbeiten

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Bundesagentur meldete mit nur 1890 Arbeitslosen für Ende Juni ein starkes Ergebnis für die Region

von
erstellt am 30.Jun.2017 | 17:29 Uhr

„Schichtarbeit wird bei unseren Kunden immer unbeliebter, die Arbeitgeber haben immer größere Schwierigkeiten, entsprechende Stellen zu finden“, erklärte Marion Braun. Sie ist die Geschäftsstellenleiterin der Bundesagentur für Arbeit in Hagenow und weiß mit ihrem Team schon gar nicht mehr, wie sie die vielen Anfragen nach Personal bewältigen soll. Bei der Zeitarbeit sehe es nicht anders aus, die entsprechenden Firmen würden der Agentur quasi die Bunde einrennen. Doch wer kann, der arbeitet lieber zu normalen Zeiten und lässt sich vom Unternehmen direkt einstellen.

Doch in der Hagenower Region gibt es eben viele Betriebe der Lebensmittelverarbeitung und der Logistik. Und dort sind Schichten unvermeidlich. Der Druck für Arbeitgeber wird immer größer, denn die Arbeitslosigkeit sinkt und sinkt. Der Rückgang im Vergleich zum Monat Mai ist zwar nur minimal, aber ist da. Zum Stichtag waren 32 Menschen im Bereich der Hagenower Geschäftsstelle weniger arbeitslos gemeldet. Das ist eine Quote von 5,4 Prozent und weiter Rekord nach der Wende. Und Hagenow ist mit seinen Zahlen längst nicht mehr allein. Der gesamte Landkreis kam auf 5,7 Prozent, Grevesmühlen im Landkreis NWM steht aktuell gar bei 5,0 Prozent. Auf der anderen Seite steigt die Zahl der freien Stellen deutlich an. Allein für Hagenow kamen 234 dazu, die Gesamtzahl der aktuell nicht besetzten Stellen liegt bei 1088. Auch das gab es in der Höhe seit der Wende noch nie.

Und wenn man dann noch weiß, dass von 1890 offiziell gemeldeten Arbeitslosen 1215 zum Bereich des Jobcenters gehören, dann wird die im Vergleich zu früher umgekehrte Notlage noch klarer. Die gute Nachricht: Von der Lage profitieren inzwischen alle: junge Leute, Frauen, ältere Arbeitslose und Menschen, die schon lange in Arbeit sind. Die größten Probleme bleiben fehlende Mobilität und Schichtarbeit.

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