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Pizza-Produzent Dr. Oetker in Wittenburg : Arbeiten in der Riesen-Tiefkühltruhe

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Dieser Arbeistplatz schafft Abkühlung: Wenn draußen der Sommer mit knapp Plus 30 Grad Celsius lockt, herrschen im Fertigwarenlager des Pizza-Produzenten Dr. Oetker arktische Temperaturen.

svz.de von
erstellt am 25.Jul.2013 | 10:07 Uhr

Wittenburg | Wenn Philipp Arend aus Gadebusch zur Schicht nach Wittenburg fährt, freut er sich schon auf den heißen Tee, obwohl die meisten seiner Kumpels bei diesen sommerlichen Temperaturen eher etwas Kühles bevorzugen. Der junge Mann arbeitet in der Kommissionierung des Fertigwarenlagers des Pizza-Produzenten Dr. Oetker in Wittenburg. Sein Arbeitsplatz befindet sich in der größten Tiefkühltruhe Westmecklenburgs. Das Fertigwarenlager, von außen als großes gelbes Hochregallager zu erkennen, hat nach der jüngsten Investition des Unternehmens eine Kapazität von insgesamt 30 000 Palettenplätzen. Angesichts der großen Nachfrage - Dr. Oetker ist Pizza-Marktführer in Deutschland - entschied man sich in der Geschäftsführung zu dieser Verdopplung der Lagerkapazität.

"Bei uns herrschen Temperaturen von Minus 25 bis Minus 28 Grad Celsius", erzählt der Logistiker und zieht sich die Wattejacke über, streift die dicke Wintermütze auf und zieht die Handschuhe an. "Bei den frostigen Temperaturen müssen wir unseren Körper schützen", sagt er und verschwindet hinter einer Stahltür. Wenn draußen der Sommer mit knapp Plus 30 Grad Celsius lockt, herrschen an seinem Arbeitsplatz arktische Temperaturen. In der Kommissionierung hat er an diesem Tag noch einiges zu tun.

Mit dem elektrischen Hubwagen zieht er sich eine Palette mit Salami-Pizza aus dem Regal. "Der Kunde will noch einige Kartons der Pizza ,Tonno’ mitgeliefert bekommen. Das soll kein Problem sein. Dafür sind wir ja da, um diese speziellen Wünsche zu erfüllen", sagt er, schnappt sich, eingemummelt in seine Winterbekleidung und mit Handschuhen ausgerüstet, den Handscanner und überprüft die Strichcodes an den Palette.

"Der Rechner weiß nun, wieviel Pizzen ich von der einen Lagerstelle entnommen und zur Lieferung hinzugefügt habe" erzählt der inzwischen gut Gekühlte. "Als ich hier anfing zu arbeiten, musste sich mein Körper erst auf diese extremen Wechsel von kalt auf warm und umgekehrt einstellen. Damals hatte ich doch öfter Mal einen Schnupfen. Auch heute noch bekomme ich kalte Füße" erzählt er.

Vor fünf Jahren begann er im Unternehmen seine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik. Mittlerweile hat er eine Arbeitsplatz als Kommissionierer beim Wittenburger Pizza-Produzenten bekommen. Er selbst isst übrigens jetzt nicht mehr so oft Pizza, trinkt dafür aber auf Arbeit gern eine heißen Tee zum Aufwärmen des Körpers.

Das Arbeiten für die Mitarbeiter im Tiefkühlbereich ist zeitlich begrenzt, macht der Chef des Wittenburger Werkes, Dr. Detlef Förster, deutlich, weil dort die arktische Temperaturen herrschen. Phi lipp Arend und seine Kollegen arbeiten zwei Stunden in der "Arktis" und kommen dann zum Aufwärmen zurück in den Sommer. Das tiefgekühlte Hochregallager läuft vollautomatisch und ist im Fundament beheizt, damit nichts hochfriert. Die Prozesswärme kommt übrigens aus der Abwärme der Kältegewinnung. Alle Arbeiten mit dem Fertigprodukt müssen im Frostbereich erfolgen, damit die Kühlkette nicht unterbrochen wird. Die Pizza ist eben ein Tiefkühlprodukt und muss so behandelt werden.

Die deutschen Verbraucher lieben immer noch die Salami-Pizza, sie ist die am meisten verkaufte Pizza hierzulande. Im Ausland läuft die Mozarella-Pizza sehr gut, weiß Dr. Förster. Pizzen gehen von Wittenburg aus in alle europäischen Länder, nach Russland, Kanada, in die USA und Australien. Und auch im Pizza-Land Italien ist Dr. Oetker Marktführer. Im Wittenburger Werk sorgen 850 Mitarbeiter an fünf Pizza-Produktionslinien für den Nachschub im Hochregallager.

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