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Hagenower Kreisblatt

19. November 2017 | 04:23 Uhr

Angst vor der "Jahrhundertflut"

vom

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erstellt am 10.Aug.2012 | 06:44 Uhr

Amt neuhaus | Die Tage waren warm und sonnig, doch den Menschen an der Elbe saß die Angst im Nacken. Die Bilder aus den überfluteten Gebieten an der oberen und mittleren Elbe waren erschreckend. Die Hochwasserwelle schob sich unerbittlich elbabwärts und die Deiche im Amt Neuhaus waren zum überwiegenden Teil noch nicht saniert. Eine Pegelstand von 7,90 Meter war für den 22. August am Pegel Neu Darchau prognostiziert.

Am 17. August wurde in der Schule in Neuhaus die Technische Einsatzleitung etabliert. Man begann mit der Evakuierung des Viehs. Die Leute besorgten sich Sandsäcke, schleppten Möbel und Hausrat in die ersten Etagen. "Wir haben wenigsten die Chance, uns auf das Hochwasser vorzubereiten", war der allgemeine Tenor. Neuralgische Stellen im Verlauf der Elbdeiche wurden mit Folien, Sandsäcken und Stahlmatten verstärkt oder erhöht. Immer mehr Helfer aus Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, DRK und Freiwillige strömten ins Amt Neuhaus und mussten alle versorgt werden. Als dann der Katastrophenfall ausgerufen war, konnte die Bundeswehr anrücken.

Am Mittwoch, dem 21. August, wurde auch mit der Evakuierung von Menschen aus den Elbranddörfern begonnen. Unvergessen sind die Fernsehbilder von Gerda Ebert aus Popelau in ihrer Notunterkunft in Dahlenburg. "Glücklicherweise kam es nicht so schlimm wie vorhergesagt", erinnert sich Hans Ebeling, Vorsteher des Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverbandes. Es habe kritische Situationen gegeben, wie zum Beispiel in Neu Garge, wo die Bundeswehr mit Hubschraubern "Bigpacks" , riesige Sandsäcke, auf dem wackeligen Deich abgeworfen hat. Am 23. August wurde dann ein Pegelstand von 7,32 gemessen. "Die Deichbrüche im Oberlauf und die Havelpolderflutung haben uns wohl vor dem Schlimmsten bewahrt", so Ebeling.

Das Hochwasser 2002 hatte auch sein Gutes. Am 3. September stand der damalige niedersächsische Ministerpräsident Siegmar Gabriel auf dem Deich in Neu Garge und sagte zu, dass nun für den Deichbau mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stünden. Das war auch gut so, denn schon im April 2006 kam die nächste "Jahrhundertflut" und lief mit 7,49 Metern in Neu Darchau auf. Da waren glücklicherweise schon viele Deichabschnitte saniert. Als dann im Januar 2011 am Pegel Neu Darchau 7,50 Meter gemessen wurden, konnte man relativ gelassen bleiben. Die Elbdeiche im Amt Neuhaus waren fertig saniert. Nur die Rückstaudeiche an Sude und Krainke machten Sorgen und die machen sie bis heute.

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