Hagenow : Angler kommen kaum an den See

Ohne Allrad-Fahrzeug ist an der Bekow derzeit schnell mal Endstation im Schlamm.
Ohne Allrad-Fahrzeug ist an der Bekow derzeit schnell mal Endstation im Schlamm.

Städtischer Weg zur Bekow mit riesigen Pfützen und Schlammlöchern. Hinter dem Wasserturm geht nichts mehr.

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23. November 2017, 08:00 Uhr

Wer nicht gerade mit „Allrad“ und einer großen Portion Mut unterwegs ist, hat es dieser Tage schwer, die kleinen Angelseen in der Bekow zu erreichen. Die Gewässer von „Frühauf Hagenow“ und vom „LAV“ liegen nämlich hinter einer Straße, die derzeit mehr als abenteuerlich zu befahren ist - oder eher gar nicht.

Nachgefragt bei der Stadt heißt es: „Ja, die Straße fällt in unseren Bewirtschaftungsbereich. Aber derzeit ist unser Bauhof so belastet, dass diese Straße wohl noch warten muss. Überall sind durch den vielen Regen Reparaturen nötig. Wir werden das Anliegen an den Bauhof weitergeben, aber in den nächsten Tagen wird das nichts“, sagt Michael Wegner, zuständig für Verkehrsbelange der Stadt.

Wie auch. Gestern sah es auf dem Abschnitt hinter dem Wasserturm aus wie auf einer total überschwemmten Rallye-Strecke. Pfützen, die fast einen halben Meter tief sind und Schlammlöcher, die Autos so schnell nicht wieder verlassen könnten, wenn der „Schwung“ fehlt.

So geschehen bereits in der vergangenen Woche, als sich eine junge Frau auf dem Weg zum See in einem der Schlammlöcher festfuhr. Mit ihrem Kleinwagen hatte sie keine Chance, weiter vorwärts zu kommen. Und zu allem Übel blieb auch noch ihr herbeigerufener Bekannter mit seinem Lkw bei einem Wendemanöver stecken. Selbst der vermeintliche Retter musste also noch gerettet werden - mit einem alten Traktor.

Wer also in den kommenden Tagen an eines der Gewässer in der Bekow möchte, sollte fahrzeugtechnisch gut gerüstet sein. „Wir kennen den Zustand ja leider schon seit Jahrzehnten, wenn wir Schlechtwetter-Perioden haben. Und mehr als das Abhobeln der Fahrbahn passiert ja nicht, wenn es mal trocken ist. Das dauert dann ein paar Tage und einige Autos sind über die Strecke gerollt, dann sieht es wieder so aus. Eine richtige Lösung und Befestigung der Straße mit Entwässerung wäre uns das Liebste. Aber da kämpfen wir schon lange vergebens“, sagt Harald Laabs, der Vorsitzende des Anglervereins Frühauf Hagenow. So hilft auch jetzt wieder nur Geduld und die Hoffnung auf besseres Wetter. Eine andere Möglichkeit gäbe es allerdings noch, an die Gewässer in der Bekow zu gelangen, verrät Harald Laabs. Zum Fischbesatz oder zu den Arbeitseinsätzen gäbe es einen Deal mit der Stadt Hagenow, auch die Zuwegung in die andere Richtung zu benutzen. In diesem Fall darf auch der Weg hinter der Badeanstalt genutzt werden. „Dann dürfen wir die Poller aufschließen und hinten herum fahren. Allerdings nur in diesen Ausnahmefällen. In Notsituationen, wenn beispielsweise jemand in Gefahr wäre oder wenn es brennt, könnte man natürlich auch dort durch. Beispielsweise, wenn es auf dem Gelände brennt und die Feuerwehr durch müsste. Für die normalen Angler gilt das nicht - auch wenn sie vorne herum nicht durch kommen“, sagt Harald Laabs.

Eine unglaubliche Zahl führt der Vereinsvorsitzende noch an. „Seit 1955 ist das so, dass die Straße immer mal wieder überschwemmt ist oder nur schwer zu befahren. So lange hat der Verein auch schon versucht, mit der Stadt bessere Lösungen zu finden. Bisher vergebens. So müssen wir damit leben, dass es  zu diesen Situationen kommt. Die Angler müssen also auf eigenes Risiko in die Bekow.“

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