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Groß Timkenberg : Angeschossener Therapiehund verendete

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Im Dezember 2014 wurde ein Therapiehund verletzt. Seitdem ermittelt die Kripo. Nun fand erste Hausdurchsuchung statt.

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2015 | 07:35 Uhr

Am 7. Dezember 2014 ist in der Zeit zwischen 16 und 17 Uhr in Groß Timkenberg, rund um die Straße am Butterberg, ein Hund angeschossen worden. Nach einigen Tagen erlag „Boomer“, ein Therapiehund, den Folgen seiner Verletzung.

Wie die Kripo Boizenburg mitteilte, wurde am Donnerstag vergangener Woche, der kürzlich eingetroffene Durchsuchungsbefehl vollstreckt. „Wir haben eine Waffe gefunden“, stellte die Kripoleiterin Anke Dahlenburg fest. Unklar sei aber, ob es sich bei der Waffe um die Tatwaffe handle. Nun gebe es weitere kriminaltechnische Untersuchungen um zu prüfen, ob aus dieser Waffe der Schuss abgegeben worden sein könnte. Das dauert aber noch und es sei schwierig einzugrenzen, aus welchem Haus genau geschossen worden sei.

Der Besitzerin des Hundes, Kirsten Schacht, war die Wut und das völlige Unverständnis ins Gesicht geschrieben. Der Hund sei zu einer läufigen Hündin gelaufen, die am Ende des Butterberges, einer Straße in der Nähe, wohnt. Sie habe sich gleich ins Auto gesetzt, um ihren Hund wieder einzusammeln. Doch sie habe ihn nur noch davonlaufen sehen. Daheim habe er sich dann übergeben und sie sei mit ihm zum Arzt gefahren. Die Schusswunde sei zunächst nicht zu erkennen gewesen, meint sie. Die Tierärztin Barbara Schneider untersuchte den Hund und sagte: „Der Hund war apathisch und hatte einen undeutlichen Bauchdruckschmerz. Im Röntgenbild war schließlich das Geschoss zu sehen. Normalerweise liegen die unter der Haut. Hier war aber davon auszugehen, dass dies in der Körpermitte liegt.“ Ihre Vermutung damals, „vom radiologischen Aussehen her ist das ein Luftgewehrgeschoss. Sowas sehen wir öfter, auch wenn ich kein Fachmann bin. Die Eintrittstiefe ist meist gering, oft sehen wir das bei Katzen, und das Projektil liegt oft unter der Haut. Also war man hier wohl besonders nahe dran oder es ist mit besonders viel Druck geschossen worden.“ Denn auch ein Luftgewehr lasse sich so manipulieren, dass ein Projektil mit mehr Energie die Waffe verlässt, erklärt Anke Dahlenburg.

Boomer, ihr Hund sei ein immer freundliches Tier gewesen, meint Kerstin Schacht. Als Therapiehund half er ihr jahrelang dabei, missbrauchten Kindern den Glauben an sich selbst und an andere Menschen wieder zu geben. „So ein Hund muss zu allen freundlich sein und auf Menschen zugehen. Und jeder hier kennt meine Hunde, sogar die Jäger, und die schießen nicht auf sie.“ Und freundlich ist Boomer tatsächlich, zeigte sich bei einem Besuch auf dem Hof am 7. Dezember. Der Hund kam neugierig und ohne Arg angelaufen. Auch jetzt im Januar konnten sich bei einem Besuch der SVZ vor Ort viele Anwohner an den Hund erinnern. Nur den Tatverlauf bezeugen mochte oder konnte niemand.

Zeugen für diesen Vorfall werden deshalb nach wie vor gesucht. Auch, wem Tiere verloren gegangen seien, solle sich melden, ruft Kerstin Schacht auf. Erste Aussagen seien auch schon von der Polizei aufgenommen worden.

Für Kerstin Schacht geht es jetzt nicht nur darum, den Täter ausfindig zu machen. Boomer war eine Grundlage ihrer Arbeit und sie wollte mit ihm noch andere Therapiehunde züchten. Langsam, so meint sie, verlässt sie die Schockstarre und sie wolle die Besitzer von Boomers Geschwistern ausfindig machen in der Hoffnung, doch noch mit der Blutlinie züchten zu können. Jetzt will sie sich durchkämpfen.

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