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Hagenower Kreisblatt

23. November 2017 | 17:56 Uhr

Angelsport : Angelfieber am Karpfenteich

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Der Verein „Gut Fang“ aus Stapel veranstaltete sein Kinder- und Jugendangeln. Verantwortungsvoller Umgang mit Natur wird gelehrt

svz.de von
erstellt am 05.Aug.2014 | 12:43 Uhr

„Bitte sammelt am Ende euren Müll ein. Die nächsten Angler möchten die Plätze genauso sauber vorfinden, wie ihr sie angetroffen habt!“ lautet die letzte Anweisung von Andreas Frank, bevor sich elf Jungs ihre Ausrüstung schnappen und sich ihre Angelstellen am Stapler Karpfenteich aussuchen. „Sie sind jetzt ganz heiß drauf ans Wasser zu kommen. Aber eine kurze Einführung zu Technik und Ausrüstung beim Angeln muss schon sein. Schließlich wollen wir den Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und den Lebewesen vermitteln“, erklärt Andreas Frank, Vorsitzender des Stapler Vereins „Gut Fang“.

Nach der ersten Aufregung kehrt schnell Ruhe ein, hochkonzentriert beobachtet der Nachwuchs jede Regung der Angelpose auf der Wasseroberfläche. Den heftigen Regenschauer, der an diesem Sonntagmorgen auf sie herab prasselt, bemerken sie gar nicht. „Für die Kinder ist dieser Sport ein guter Ausgleich zum ewigen ,am Computersitzen’“ meint Kathleen Suhrke, die ihre eigene Angel immer wieder abstellt, um den Kindern zu helfen, wenn mal ein Haken in der Uferböschung festhängt. Beim sechsjährigen Benny aus Boizenburg beißen die Fische zuerst und auch John, der aus Berlin zu Besuch ist, kann Erfolge melden. Stolz zeigt der Achtjährige, der zum allerersten Mal in seinem Leben angelt, seinen Fang, der nach einer knappen Stunde bereits aus fünf kleinen Plötzen besteht.

Nach größeren Fischen halten derweil Luca Ullrich und Jonas Prey Ausschau. Die beiden hätten gerne einen Karpfen an der Angel und empfehlen Mais oder Hundefutter – genauer gesagt „Frolic“-Ringe – als Köder. Dominik Grimm hat ebenfalls Kescher und Messer für einen dicken Fang bereit liegen. Der Stapler hat auch schon eine Idee für die Zubereitung:„Ich würde den Karpfen heute Abend schön räuchern.“

„Wir verfügen über einen so großen, heimischen Fischreichtum. Diesen zu schätzen, bringen wir den Kindern bei. Karpfen sind die einzigen Fische, die wir in unsere Gewässer einsetzen, da sich Karpfen unter den hiesigen Bedingungen schlecht vermehren“, berichtet Andreas Frank, der sich entschieden gegen das „hochgerüstete Extrem-Angeln“ ausspricht. „Das zielt nur auf Größe, Mengen und bestimmte Arten ab, davon halten wir hier gar nichts. Da könnte unser Nachwuchs ja auch gar nicht mithalten.“ Für sein ehrenamtliches Engagement in Sachen Angeln ist Andreas Frank gerade erst vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil ausgezeichnet worden. „Ich bin nur der Vorsitzende“, winkt er lachend ab, „meine Frau macht die meiste Arbeit.“ Kathleen Suhrke hat für die „meiste Arbeit“ auch eine Einladung bekommen, der Bundespräsident möchte sie demnächst im Berliner Schloss Bellevue für ihren ehrenamtlichen Einsatz würdigen. „Ich habe mich riesig gefreut. Aber zu diesem Termin haben wir schon unseren Angelurlaub in Norwegen fest gebucht.“

Während bereits die Würste fürs abschließende gemeinsame Mittagessen auf dem Grill brutzeln, schallt dann doch noch der Ruf „Ein Karpfen, ein Karpfen!“ über die Wiese. Hagen Ohl hat an diesem Vormittag Glück und präsentiert einen Vierpfünder in seinem Kescher, der nach allgemeiner Begutachtung wieder in den Teich zurückgesetzt wird.

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