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Hagenower Kreisblatt

20. Oktober 2017 | 01:47 Uhr

Hagenow-Land : Amt will Kita-Kräfte bündeln

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Hagenow-Land strebt Verbund für kleine Dorf-Kindergärten an, die ums Überleben kämpfen. Zusammenarbeit mit der Stadt denkbar

von
erstellt am 03.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Weil kleine Dorf-Kitas zunehmend ums Überleben kämpfen, wollen das Amt Hagenow-Land und einige Gemeinden jetzt die Kräfte in einem kommunalen Kita-Modell bündeln. Damit könnten sie finanzielle und planerische Risiken minimieren, Personalprobleme kompensieren und so die Infrastruktur im Dorf gemeinsam sichern. Auch eine Zusammenarbeit mit der Stadt Hagenow scheint nicht ausgeschlossen.

„Wir müssen was unternehmen, damit kleine Gemeinden nicht immer kämpfen müssen“, betont Peter Holm die Dringlichkeit. Bisher koche jeder Bürgermeister sein Süppchen. Und das im Ehrenamt. „Wir brauchen Unterstützung in der Führung und für den Erhalt der Kitas“, so der Warlitzer Gemeindechef. In einem Verbund könnte man zum Beispiel mit dem Personal jonglieren. Zur Zeit sei seine Kita mit 31 Kindern gut ausgelastet und damit eher in der Lage, auf Schwankungen zu reagieren. Aber es gab schon andere Zeiten, in denen die Einrichtung kurz vor der Schließung stand.

Auch Setzins Bürgermeister Marco Haurenherm sagt, dass „perspektivisch nicht mehr jeder Ort eine Kita haben wird“. Bisher kämpfe jedes Dorf für sich – um Personal oder mit den unberechenbaren Anmeldungen. In einem Verbund wäre man flexibler, so Haurenherm. Er verweist zudem darauf, dass eine Kita erst ab 70/80 Plätzen als wirtschaftlich gilt. Trotzdem will die Gemeinde versuchen, ihr kleines Haus mit 28 Kindern so lange es geht zu erhalten. Bisher in privater Hand, trägt jetzt wieder die Kommune die Verantwortung. „Das ist ein Risiko, aber was sollen wir machen? Zumachen wollten wir nicht“, so Haurenherm. Was nach diesem Schritt an Kosten auf den Ort zukommt, weiß er noch nicht.

Dass nun mehrere Gemeinden in Sachen Kitas zusammen rücken, ist zunächst nur eine Idee. Konkrete Details sollen in den kommenden Wochen erarbeitet werden. „Wir müssen gemeinsam neue Wege finden“, sagt Alfred Matzmohr, Amtsleiter Hagenow-Land, mit Blick auf die oft unwirtschaftlichen kleinen Einrichtungen in den Gemeinden. Oberstes Ziel: Sich untereinander zu helfen, um die Qualität zu sichern, Kosten zu optimieren und Personal flexibel einsetzen zu können. „Wir wollen die wirtschaftliche Stärke im Verbund verbessern“, so Matzmohr. Ob dies über einen Zweckverband oder eine andere wirtschaftliche Gesellschaftsform geschieht, steht noch nicht fest. Nur, dass alles in kommunaler Hand bleiben soll.

Zehn Kitas und einen Hort gibt es im Amtsbereich. Kuhstorf, Redefin, Setzin, Warlitz, Bandenitz und Hülseburg haben Interesse bekundet. Doch alle hoffen, dass noch mehr Gemeinden mit ins Boot steigen und auch die Stadt Hagenow mitmischt. „Vielleicht können wir es gemeinsam angehen“, sagt Amtschef Matzmohr. Erste Gespräche habe es bereits gegeben.

„Wir sind da offen. Nicht nur im Bereich Kita“, sagt Bürgermeister Thomas Möller. Die wieder aktivierte Arbeitsgruppe Kita soll mit Blick auf die eigenen strukturellen Probleme, den Sanierungszustand der Häuser, Personalfragen, die Verpflegung und Möglichkeiten der kommunalen Betreibung auch die Zusammenarbeit mit dem Amt Hagenow-Land prüfen.

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