Hagenow-Ludwigslust : Am Mittwoch fällt die Milchquote

Ab Mittwoch gibt es keine Milchquote mehr.
Ab Mittwoch gibt es keine Milchquote mehr.

Im SVZ-Interview erläutert Harald Elgeti, Geschäftsführer des Bauernverbandes, die Situation der Erzeuger in der Region Ludwigslust-Hagenow

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29. März 2015, 15:23 Uhr

Ab 1. April fällt die Milchquote. Landwirte können dann so viel Milch produzieren, wie sie wollen. Produzenten und Molkereien befürchten, dass die ohnehin niedrigen Preise dann noch weiter fallen werden. Dieter Hirschmann von der SVZ sprach mit dem Geschäftsführer des Bauernverbandes Ludwigslust, Harald Elgeti, darüber, welche Auswirkungen diese europaweite Entscheidung der EU auf die Produzenten in der Region hat.

SVZ: Was ist eigentlich die Milchquote?

Harald Elgeti: Die Milchquote ist 1984 eingeführt worden, um eine Überproduktion bei Milch zu begrenzen. Einige werden sich erinnern. Wir hatten damals Butterberge und Milchseen in der EU. Die Milchquote ist zudem ein Lieferrecht.

Was bedeutet der Wegfall dann für den Milchproduzenten ab 1. April?

Harald Elgeti: Jeder kann dann so viel produzieren wie er will. Damit ergibt sich die Frage, inwieweit die produzierte Menge mit der am Mark benötigten übereinstimmt. In diesem Zusammenhang haben wir die Aussage der Genossenschaften, dass sie die produzierte Milch abnehmen, egal wie viel am Markt bereit steht. In welcher Höhe dann allerdings die Bezahlung erfolgen wird, sagen sie nicht.

Wer nimmt in der Region die produzierte Milch ab?

Harald Elgeti: Danone kauft im Land keine Milch mehr auf. Wir haben die beiden großen Genossenschaften ,Deutsches Milchkontor’ und ,Arla’, und in Wismar gibt es eine Privatmolkerei, die im Vergleich zu den Genossenschaften deutlich kleiner ist. Diese Drei kaufen die Milch auf. Hinzu kommen einige Landwirte, die an Milchhändler liefern, so unter anderem die Erzeugergemeinschaft Hagenow, die zuvor an Danone lieferte. In Deutschland gibt es rund 78  000 Milchproduzenten, sieben große Supermarkt-Ketten im Lebensmittel-Einzelhandel, und weniger als 100 Molkereien. Und wenn die Politik nicht eingreift, dann ist klar, wer in dieser Gesamtkonstellation immer der Verlierer sein wird, nämlich der Milchproduzent.

Denken Sie, dass sich die Politik hier nicht einmischen wird?

Harald Elgeti: Ich denke, dass die Politiker ein Interesse daran hat, dass Lebensmittel billig bleiben. Bei dauerhaften Preisen, die die Kosten nicht decken, wird der Strukturwandel beschleunigt. Denn die Produktionskosten für einen Liter Milch liegen aktuell im Durchschnitt bei 42 Cent. Doch der Milchpreis pro Liter liegt bei 28 Cent. Das ist doch keine Kostendeckung für den Produzenten.

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