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Hagenower Kreisblatt

22. November 2017 | 17:39 Uhr

Boizenburg : Altstadtfest verspielt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Auch wenn beim Stadtfest nicht alles wie geplant lief, war es vor allem dank des großem ehrenamtlichen Engagements ein Erfolg

svz.de von
erstellt am 10.Jul.2017 | 12:00 Uhr

„Boizenburg spielt“ war das Motto des diesjährigen Altstadtfestes, doch die Bewohner der Elbestadt wollten zunächst nicht so recht mitspielen. „Die Altstadtspiele finden gar nicht statt, es hat sich nur eine Mannschaft angemeldet“, sagte Festorganisatorin Heike Krause vom Fachbereich Kultur der Stadt auf Nachfrage der SVZ. Während es am Sonnabend sehr übersichtlich auf dem Marktplatz und auch bei den historischen Spielen an der Kirche blieb, kamen zum Abend hin dann immer mehr Menschen aus Boizenburg und Umgebung zum Fest. Familie Ziebart aus Gülze beispielsweise verband den abendlichen Besuch mit einer Radtour. Das Ehepaar war nach ein paar Jahren Pause mit seinen beiden Töchtern zum ersten Mal wieder dabei. „Wir finden es gut hier“, sagten sie einhellig. „Das Wetter stimmt und die Stimmung ist gut. Ein paar mehr Leute könnten hier sein.“ Schaustellerin Dörte Schmidt, die zusammen mit ihrem Imbisswagen und Mann Jan so ziemlich bei jedem Boizenburger Fest dabei ist, war ebenfalls angetan: „Wir sind zufrieden“, lächelte sie.

Vollkommen unzufrieden waren dagegen die Vereine und Verbände, die sich am Sonnabend auf dem Wall präsentiert hatten. Da es nur Hinweisschilder mit der Aufschrift „Hier geht es zum Wall“ gab, aber nicht, was dort zu finden war, kamen nur zufällige Besucher an ihren Ständen vorbei. Sie zogen mitsamt dem Falkner Reinhardt Eggert daher zum großen Teil am Sonntag auf den Kirchplatz um. So wie der MC Boizenburg: „Wir wollen unsere Jugendarbeit ankurbeln, deshalb präsentieren wir uns hier“, sagte Olaf Behncke, 2015 Landesmeister im Moto-Cross. Der Verein hat derzeit 32 Mitglieder und ist stolz darauf, nun wieder einen TÜV für die Cross-Bahn in Schwartow erhalten zu haben. Am 29. und 30. Juli findet dort der „1. Fritz-Eggert-Gedächtnislauf“ statt, mit einem Schnupperkurs für Jugendliche.

Die Boizenburger wollten auf ihrem Fest offenbar weniger spielen, sondern feiern. Das taten sie auch am Sonnabend bei ausgelassener Stimmung zur Musik der Partyband und später noch im Eboli oder auf der Ziegenwiese bis tief in die Nacht.

Wie die Elbestädter zum Mitmachen zu bewegen sind, zeigte Schauspielerin Sigrun Schreiner mit ihrer historischen Modenschau. Die unterhaltsame und sehenswerte Show verbreitete großartige Stimmung und kam bei den Zuschauern sehr gut an. Die als Kräuterhexe bekannte Regisseurin hatte ihre Darsteller vor allem unter Spaziergängern gefunden, die im Frühling vor ihrem Haus am Wall unterwegs waren. Sie sprach sie auf ihre unnachahmlicher Art einfach an und offensichtlich haben sehr viele ‘Ja’ gesagt. Denn das Bedürfnis nach Teilhabe, kreativer Gestaltung, Kontakt und Spiel ist eben auch bei den Boizenburgern sehr groß. Sigrun Schreiner hat diese Show ehrenamtlich und mit sehr viel Herzblut auf die Beine gestellt, wer sie bei den zwei Vorstellungen auf der Bühne sah, ahnte nicht, dass sie sich mit einem Hexenschuss herumplagen musste.

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