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Lübtheen: Aus Postgebäude wird Seniorenresidenz : Alter Charme - neues Gewand

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"Das wird richtig schön", sagt Günter Uebe. Er schreitet durch das lichtdurchflutete Foyer der Alten Post und zeigt auf die Ecke neben der Treppe. "Dort kommt der Kamin hin und drumherum stellen wir bequeme Sessel."

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erstellt am 09.Mär.2012 | 06:09 Uhr

Lübtheen | "Das wird richtig schön", sagt Günter Uebe. Er schreitet durch das lichtdurchflutete Foyer der Alten Post und zeigt auf die Ecke neben der Treppe. "Dort kommt der Kamin hin und drumherum stellen wir bequeme gediegene Sessel." Noch aber bröckelt hier der Putz von den Wänden, hängen Strohfetzen aus der Lehmdecke. Oben, im zweiten Stock hieven gerade die Zimmerer einen schweren Holzbalken in den Dachstuhl. "Das Haus steht jetzt mehr als zehn Jahre leer", sagt Günter Uebe. "Es war allerhöchste Zeit, dass etwas passiert." Der Geschäftsführer des Aus- und Weiterbildungsverein Jessenitz e.V. hat schon lange mit dem denkmalgeschützten Gebäude in Lübtheens Stadtmitte geliebäugelt. Dass der Verein es von einer Erbengemeinschaft und der Post kaufen konnte, hat nicht zuletzt auch mit dem Wohlwollen der Kommune zu tun, sagt Uebe. "Die Stadt hat unser Anliegen sehr unterstützt." 1,2 Millionen Euro investiert der Verein in die Sanierung des fast zweihundert Jahre alten Gebäudes. Unter Aufsicht der Denkmalbehörde des Landkreises soll das Haus möglichst originalgetreu saniert werden. Die Fenster erhalten ihren ursprünglich grau-blauen Anstrich, die Fassade wird wieder in hellen Beige-Tönen verputzt. "Wir wollen den ganz eigenen Charme des Hauses so gut es geht erhalten", sagt Uebe. Dazu gehört auch die ausladende Treppe zum Haupteingang.

Bereits im Herbst soll die Seniorenresidenz eingeweiht werden. Für die acht behindertengerechten 45 bis 70 Quadratmeter großen Wohnungen gibt es heute schon ein Dutzend Interessenten, viele aus Lübtheen, einer sogar aus Hamburg. Die Mietpreise werden sich um die 12,50 Euro pro Quadratmeter bewegen, sagt Uebe. "Da ist die Betreuung aber schon inklusive."

Wie groß das Interesse im Ort an dem Bauprojekt ist, merkt Günter Uebe, wenn er auf den Bauberatungen vor Ort ist. "Die Leute bleiben vor dem Bauschild stehen. Sie fragen viel und sagen, dass es ihnen gefällt." Die Lage sei ideal für betreutes Wohnen, von hier aus könne man gut zu Fuß zum Arzt, Bäcker, Apotheker und in die Kirche.

Auf dem weitläufigen Gelände hinter dem Haus soll ein Parkplatz entstehen. Platz ist genug, sagt Uebe. "Vielleicht bauen wir auch noch einen Kindergarten und schaffen damit so eine Art Mehrgenerationen-Projekt." Auf der Grünfläche vor dem Haus soll ein kleiner Park angelegt werden. Ähnlich wie auf der schwarz-weiß-Postkarte von der Alten Post, die über Uebes Schreibtisch hängt. Nur die beiden hochgewachsenen Lindenbäume mussten jetzt weichen. Uebe: "Sie waren alt und morsch und einfach nicht mehr zu retten."

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