Lübtheen : Alte Fleischerei geht neue Wege

Ein altes Foto von der Fleischerei in der Rudof-Breitscheid Straße.
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Ein altes Foto von der Fleischerei in der Rudof-Breitscheid Straße.

Lübtheener Unternehmen von Hochs und Tiefs geprägt / Neuer Imbiss eröffnet nach Umbau in Einkaufszentrum

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12. März 2016, 12:00 Uhr

Schon fast ein Jahrhundert existiert das kleine Unternehmen in der Lindenstadt. Die meisten Bewohner kennen Lübtheen nicht ohne diesen Laden – die Fleischerei der Familie Jehring. Seit 1921 hat sich im Familienbetrieb viel verändert – aber auch an alten Traditionen wird festgehalten, wie das hausgemachte Sauerfleisch und das begehrte Schwarzsauer nach altem Rezept. „Viele Kunden bestätigen, das schmeckt ja wie früher“, erzählt Geschäftsführerin Gudrun Jehring, die im Jahr 2003 die Leitung übernahm.


Bereits Höhen und Tiefen erlebt


Seitdem die Lübtheenerin mit im Geschäft ist, habe sie viel erlebt. „Ich bin seit 1991 dabei. Da haben wir unseren Imbiss im Einkaufszentrum in Lübtheen gerade eröffnet“, erinnert sich die 55-Jährige. „Das war damals der Top-Platz gewesen.“ Einige Jahre später hat das Unternehmen weiter viel investiert – bis 2001 gab es in der Fleischerei 17 Angestellte in acht Geschäften verteilt in der ganzen Region.

Doch gab es im Familienbetrieb nicht nur Höhen. „2003 ist die Firma dann in die Knie gegangen“, erinnert sich die Lübtheenerin. Erhalten geblieben sei nur noch das alte Geschäft in der Rudolf-Breitscheid-Straße in Lübtheen und der Laden im Einkaufszentrum. Das war auch die Zeit für Gudrun Jehring, neue Wege einzuschlagen und die Fleischerei als „Jehring – Genuss vom Land“ allein weiterzuführen.

Heute befinden sich 14 Mitarbeiter in Lohn und Brot. Bis vergangenes Jahr bildete die Fleischerei auch aus – aktuell ließe sich aber kein geeigneter Lehrling finden. Für die studierte Landwirtin sei vor allem die langjährige Kundenbindung das Rezept zum Erfolg. „Viele Lübtheener haben uns immer die Treue gehalten, auch in schwierigen Zeiten“, bedankt sich Jehring.

Das kleine Unternehmen musste sich auch neu orientieren, um am Markt mithalten zu können. So wurde der Imbiss im Einkaufszentrum in den vergangenen Wochen umgebaut – die Zubereitungsfläche vergrößert. Neben dem Wurst-, Fleisch-, und Feinkost-Verkauf gibt es neuerdings auch drei Mittags-Gerichte, von denen zwei von der hauseigenen Köchin selbst zubereitet werden.

Ein Problem, das die Geschäftsführerin immer wieder beschäftigt, ist noch ihre Nachfolge. „Es wäre schön, wenn sich da noch jemand finden würde, der den Laden weiterführt“, hofft die Lübtheenerin. Aber ans Aufgeben ist noch nicht zu denken, bis dahin sei noch viel Zeit. „Und wer weiß, was bis dahin noch alles passiert“, schaut Gudrun Jehring positiv in die Zukunft.

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