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Kinderbetreuung Zarrentin : Als Tagesmutti der besonderen Art

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Kleine Kindertagesstätte Villa Drei-Käse-Hoch aus Zarrentin ist nun zehn Jahre alt. Grit Raucher, alias „Gretel “ ist besonders beliebt.

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erstellt am 19.Aug.2017 | 12:00 Uhr

„Dass wir mal zehn Jahre schaffen würden, habe ich ehrlich gesagt, nicht erwartet“, gesteht Grit Raucher im SVZ-Gespräch und meint damit die von ihr zusammen mit Ariane Stolzenburg aus der Taufe gehobene kleine Kindertagesstätte namens Villa „Drei-Käse-Hoch“ in der Schulstraße 3. Mit sechs Mädchen und Jungen gestartet, betreut die 53-Jährige zusammen mit ihrer rechten Hand Tanja Lange heute zehn Kinder im Alter von null bis drei Jahren. Sie kommen aus Zarrentin, Lassahn und Testorf.

„Damit sind wir absolut dicht, die Warteliste ist lang“, sagt die bei Leipzig Geborene. Seit 1995 wohnt sie in der Schaalseestadt. „Als ich damals als Krankenschwester arbeitete, hatte ich oft das Problem, dass ich mein eigenes Kind zur Betreuung nirgens unterbringen konnte. So ist bei mir die Idee schon recht früh gereift, mal später als Tagesmutti zu arbeiten.“

Dann lobt Grit Raucher die Eltern ihrer Schützlinge. „Zurzeit haben wir ganz liebe Eltern, die auch schätzen, was wir hier täglich von 6.30 Uhr bis 17 Uhr leisten. Da haben wir leider auch schon ganz andere Zeiten erlebt, mit ständig meckernden und nörgelnden Muttis und Vatis. Das war oft sehr anstrengend.“ Diesen Eltern hält Grit Raucher jedoch zu Gute, dass ständige Angst vor dem Jobverlust und täglich nicht enden wollende Arbeitswege auch schon nervige Stressfaktoren seien, mit denen nicht jeder souverän umgehen könne. „Wir sind leider kein kinderfreundliches Land, viele Arbeitgeber haben für die Verantwortung von Eltern, deren Sorgen und Nöte, kaum Verständnis. Außerdem sind Kinder nicht überall gleich gern gesehen. Sie machen Krach und sind eben Kinder.“

Dort, wo sie jederzeit liebevoll begrüßt werden, ist an der Schaalseefischerei. Mitunter macht sich die gesamte Truppe samt mehrsitzigem Krippenwagen nämlich auf den Weg zu Diana Rehbohm, in den kleinen Verkaufsladen, um Räucherfisch zu naschen. Dann sperren alle Kinder wie auf Kommando den Mund auf und man wird schmunzelnd das Gefühl nicht los, einer irgendwie gearteten Vogelfütterung beizuwohnen. „Für mich ist das ein allerliebstes Spektakel. Ich freue mich immer, wenn die Mädchen und Jungen mich in der Fischerei besuchen kommen. Sie alle lieben Fisch“, erzählt Diana Rehbohm lachelnd. Sie könne sich kaum sattsehen an diesem einmaligen Schauspiel, gesteht die Zarrentinerin, die die verantwortungsvolle Tätigkeit der beiden Tagesmuttis hoch schätzt. Zumal die beiden Frauen aus der „Villa Drei-Käse-Hoch“ damals einen Tagesmutter-Kurs von über 70 Stunden absolvieren mussten, bevor sie überhaupt arbeiten durften.

„Ich habe es jedenfalls nie bereut, in diesen Beruf umgesattelt zu haben. Nicht eine Sekunde. Denn die Arbeit mit Kindern macht nicht nur Spaß, sondern gibt mir unheimlich viel“, verrät Grit Raucher, die von allen nur liebevoll „Gretel“ gerufen wird. Dass die Sprösslinge, die ihr anvertraut sind, jede Minute um ihre Aufmerksamkeit und Zuneigung buhlen, sieht sie als gutes Zeichen.

„Ich sage dann immer zu ihnen, Gretel ist für jeden da“, erklärt die Tagesmutter, während sie nebenbei einen kleinen Streit schlichtet, die Nase putzt und ein hingefallenes Kind tröstet. Das alles geschieht mit einer Hingabe, die keinen Zweifel aufkommen lässt, über die Richtigkeit des Berufswechsels, damals vor zehn Jahren.

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