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anno dunnelmals : Als Getreideernte noch Handarbeit war

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Mitglieder des Förderkreises Mühle Wittenburg e.V. haben schweißtreibend Korn vom Feld geholt wie vor 70 Jahren

Vor etwa 70 Jahren waren mehrere Tage Sonne notwendige Voraussetzung, um das Korn vom Halm zu holen. Die Sense gehörte zum wichtigsten Arbeitsgerät für den Bauern. Nur noch wenige vermögen sie heute zu händeln. Oft war sie früher noch mit einem Bügel ausgerüstet, um die Halme in die Mahd zu legen. Kleine Bündel zu zu fertigen, oblag oft der Frau des Bauern. Ebenfalls als eine schweißtreibende Handarbeit. Mit Garbenseil oder Strohband wurde so eine Garbe gebunden. War sie trocken, landete sie gleich auf dem Leiterwagen, der in grauer Vorzeit nicht selten von Ochsen, Kühen und Pferden gezogen worden war.


Ernte wie zu Großvates Zeiten


Hatte doch ein Regen sie durchnässt, wurden sie als Hocke, mit den Ähren nach oben, auf dem Feld getrocknet. Die Kinder nutzten die kleinen „Häuschen “ früher gern zum Spielen. Auch das Barfußlaufen auf dem Stoppelacker wurde ausgelassen als Mutprobe verstanden. In der Scheune stapelte man die Garben bis zum Dreschen im Herbst auf. Mindestens drei Leute waren früher bei der Ernte notwendig. Einer musste auf die Tiere aufpassen, der Zweite gab die Garben auf den Wagen und der Dritte war für das ordnungsgemäße Beladen verantwortlich. Roggen, Hafer, Gerste und Weizen wurde entweder für den Eigenbedarf zu Mehl gemahlen oder dienten als Vieh- und Schweinefutter. In den 50er Jahren lösten schließlich Traktoren die Kühe und Pferde als Zugtiere ab, tauchten erstmals Mähdrescher auf.

Mächtig ins Schwitzen kamen dieser Tage einige Mitglieder des Förderkreises Mühle Wittenburg e.V. Sie zeigten an der örtlichen Erdholländer-Mühle, wie noch bis in die 1950iger, teilweise sogar 1960iger Jahre hinein mühsam das Getreide geerntet wurde. Zu ihnen zählten Norbert Fenske, Dietrich Popp, Harald Hormann, Heinrich Ebeling und Alfred Retzlaff. Sie kümmern sich schon seit Jahren um die Erhaltung dieser alten Traditionen wie Aussaat im Herbst und Ernte im Sommer. Der Verein hat eigens für diesen Zweck ein kleines Gelände nahe der Mühle urbar gemacht.

„Mit wieviel körperlicher Anstrengung und Schweiß die Feldarbeit damals verbunden war, dürfte heute kaum noch jemandem im Gedächtnis sein. Nach dem Mähen mit der Sense und dem Binden per Hand wurden auch unsere Garben zu Hocken aufgesetzt, damit sie trocknen konnten. Gestern nun haben wir sie eingefahren“, berichtet Norbert Fenske aus Wölzow als Vorstandsmitglied. Unter dem Motto „Vom Korn zum Brot“ werde das Getreide nun bis zum kommenden Mühlentag, der findet am Pfingstmontag 2017 statt, eingelagert und schließlich zum Schaudreschen für die Besucher verwendet.

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erstellt am 27.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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