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Photovoltaik-Anlage in Wittenburg : Alpincenter will aus Sonne Schnee machen

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Das Alpincenter will künftig seine etwa 30 000 Quadratmeter große Dachfläche dazu nutzen, eine der größte Photovoltaik-Anlagen Deutschlands zu installieren. Bei den hohen Energiekosten scheint dies logisch zu sein.

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2012 | 10:06 Uhr

Wittenburg | Das Alpincenter will künftig seine etwa 30 000 Quadratmeter große Dachfläche mit den Ausmaßen von sechs Fußballfeldern dazu nutzen, die größte Solaranlage der Stadt und eine der größten in Deutschland zu installieren. Ständig wird Schnee produziert, immer eine Lufttemperatur von minus fünf Grad vorgehalten. Im Sommer ist der Energiebedarf besonders hoch, da mit steigenden Außentemperaturen die Kühlleistung stark hochgefahren werden muss. Das verursacht hohe Energiekosten. Da scheint es nur logisch, dass das Unternehmen nun versucht, selbst Strom zu erzeugen. Mit der Fertigstellung geht dann eine der bundesweit größten Photovoltaikanlagen ans Netz.

Rund acht Millionen Euro will das Alpincenter in die Photovoltaikanlage investieren und erhofft sich davon gleich mehrfachen Profit: Zum einen wird das Dach durch die aufgesetzte Anlage optimal gedämmt, weil die Solarmodule als Puffer dienen zwischen Sonne und Skihalle. Wegen dieser "Beschattung" muss die Piste mit bedeutend weniger Energieaufwand gekühlt werden. Das senkt schließlich die Stromkosten.

"Durch unsere Photovoltaikanlage werden große Mengen an Kohlen dioxid-Emissionen vermieden", erklärt Geschäftsführer Bob van den Nieuwenhuijzen und betont, dass das kleine Kraftwerk auf dem Dach umweltfreundlichen Solarstrom erzeugen werde. Alles, was man nicht selber benötige, werde dann ins öffentliche Stromnetz eingespeist. "Zusammen mit den Biogasanlagen, die bereits das Alpincenter mit Strom versorgen, wollen wir künftig etwa 60 Prozent regenerative Energie nutzen und damit ein Drittel unseres gesamten Strom- und Wärmebedarfes abdecken. So zum Beispiel auch für die Schneeproduktion."

In Bottrop, so berichtet Volker Wünsche, er ist für die Öffentlichkeitsarbeit in dem Wittenburger Van-der Falk-Unternehmen zuständig, laufe bereits seit August letzten Jahres auf dem Dach der längsten Skihalle der Welt, eine solche Anlage. Insgesamt seien dort auf 20 000 Quadratmetern rund 18 000 Module verbaut worden. Etwa 1,44 Megawatt Solarstrom pro Jahr würden produziert.

"Für Wittenburg versprechen wir uns angesichts der 10 000 Quadratmeter größeren Fläche natürlich noch ein paar Watt mehr", sagt Wünsche. Derzeit durchlaufe das geplante Projekt noch das Genehmigungsverfahren.

"Wir wollen so schnell als möglich mit der Umsetzung beginnen", betont Bob van den Nieuwenhuijzen, der 2010 von dem Familienunternehmen als Geschäftsführer eingesetzt wurde. Im Auftrag der Familie kam er bereits 2008 nach Wittenburg, um die Tradition der von den Großeltern in den 30er Jahren gegründeten Firma aufrecht zu erhalten. Wie es scheint, mit Erfolg. Der junge Mann spricht von dem vergangenen Monat begeistert als "dem besten, seit der Wiedereröffnung im September vergangenen Jahres." Trotz der dreimonatigen Schließung habe man einen fulminanten Start hingelegt. Kongresse, Betriebsausflüge, Weihnachtsfeiern, Sylvesterparty und tausende Besucher sorgten bisher für eine sehr gute Auslastung.

"Wir erleben außerdem ein unglaub liches Interesse von TV-Veranstaltern. Seit Dezember geben die sich die Klinke in die Hand. Dieser Tage hat NTV sogar einen Geländewagen auf der Piste getestet. Am kommenden Sonntag erwarten wir zum Barfußlauf-Weltrekordversuch allein vier Fernsehsender", fügt Volker Wünsche an.

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