Amt neuhaus : Alles über bedrohte Haustierrassen

Siegrun Hogelücht (l.) mit Besuchern der Ausstellung.  Fotos: Maria Nielsen
Siegrun Hogelücht (l.) mit Besuchern der Ausstellung. Fotos: Maria Nielsen

Siegrun Hogelücht führte durch die Ausstellung im Archezentrum / Gemeinde erhofft sich positive Impulse für den Tourismus

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16. Februar 2014, 18:47 Uhr

Was hat es denn, bitteschön, mit dem arabischen Halbmond auf sich. Welchem Tier schreibt man einen eisernen Zahn und einen goldenen Tritt zu und warum sind Bienen so wichtig in unser aller Leben? Drei Fragen und dazu noch viele mehr, auf die Siegrun Hogelücht eine Antwort weiß. Sie führte am gestrigen Sonntag eine kleine Gruppe, darunter eine Familie aus Hitzacker, durch das Archezentrum in Neuhaus und wusste ihre Zuhörer mit umfangreichem Wissen und manch überraschendem Detail zu interessieren.

Die Begrüßung erfolgte im Foyer, wo Karten hängen, die das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue zeigen. Denn zwar nicht nur deswegen, aber auch deshalb gibt es das Archezentrum, untergebracht im ersten Stock des Hauses des Gastes, einem historischen Gebäude in Neuhaus, in dem früher der Amtmann residierte. Das Archezentrum ist jetzt ein Informationshaus des Biosphärenreservates und als solches finanziell besser ausgestattet.


Genpool alter Nutztierrassen erhalten


Das Archezentrum selbst befasst sich mit dem großen Thema der vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen. Also Rind und Pferd und Schwein, Geflügel, Schaf und Ziege, die früher die Bauernhöfe bevölkerten, die heute aber wegen bestimmter Eigenschaften in der Fleischproduktion keine Rolle mehr spielen, weil sie in die moderne Massentierhaltung nicht hineinpassen. Diesen wertvollen Genpool zu erhalten, hat sich die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) auf die Fahnen geschrieben, denn alte Haustierrassen sind oft robuster und weniger anfällig als ihre modernen Zeitgenossen und ihr Fleisch schmeckt auch oft besser. Die GEH wurde schon 1981 gegründet, es gibt Arche-Höfe und Arche-Betriebe, die alte Haustierrassen halten. Als erste Arche-Region, in der es viele Halter solcher Rassen gibt, ist die Arche-Region Flusslandschaft Elbe, in der das Amt Neuhaus liegt, anerkannt worden.

„Es wurde überlegt, im Haus des Gastes ein Wolfszentrum einzurichten. Aber erstens gibt es woanders schon eines und zweitens ist eine Arche-Region etwas ganz Besonderes, “ so Siegrun Hogelücht während des Rundgangs durch die Ausstellung. In die Sanierung des ersten Geschosses im Haus des Gastes und die Entwicklung der Ausstellung wurde viel Geld investiert, etwas über eine halbe Million Euro, die vom Land Niedersachsen, dem Landkreis Lüneburg und der Sparkassenstiftung kamen. Die Gemeinde unterhält nur das Gebäude. Man erhofft sich mit dem Archezentrum auch einen Impuls für den Tourismus, es soll aber auch der örtlichen Bevölkerung zu Gute kommen.

Die Ausstellung beginnt mit der Entwicklung der Landschaft und beantwortet die Frage, warum es hier so aussieht, wie es aussieht. Dann geht es weiter mit der Besiedlung der Landschaft und der Entwicklung der Gesellschaft von den Jägern und Sammlern hin zu sesshaften Bauern. Da wären wir beim fruchtbaren Halbmond, denn man geht davon aus, dass sich in diesem, wie ein Halbmond geformten Gebiet im Norden der arabischen Halbinsel die Landwirtschaft zuerst entwickelte.

Die Ausstellung zeigt die Entwicklungen von den Wildtieren zu den Haustieren, spart auch die Konflikte zwischen Naturschutz und Landwirtschaft nicht aus, erzählt, wo die Pflanzen herkommen und wie der Mensch auf den Hund kam. Es gibt einige Mitmachstationen, an denen man etwas herausfinden kann, wie zum Beispiel die Riechstation. Erst an einem Trichter tief durch die Nase einatmen, raten und dann das Rätsel lösen. Fast auf die Minute genau endete die Führung, nicht ohne dass Siegrun Hogelücht die Besucher aufforderte, sich gerne alles noch einmal in Ruhe anzuschauen. Auch der Hinweis auf die Barrierefreiheit fehlte nicht und so können sich auch Rollstuhlfahrer die Ausstellung ansehen. Führungen, die Hogelücht regelmäßig anbietet, werden in der Presse angekündigt, aber die Ausstellung selbst ist immer dienstags bis sonntags in der Zeit von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Eine Führung aber lohnt sich, meinten die Besucher.

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