Lübtheen : Alleenpflege: Wann kommt Landeshilfe?

Alexander Wulf aus dem Lübtheener Ordnungsamt blickt sorgenvoll in die Baumkronen der Lübtheener Alleen. Mit Hilfe bei der Pflege ist aus dem Ministerium vor 2019 nicht zu rechnen.
Alexander Wulf aus dem Lübtheener Ordnungsamt blickt sorgenvoll in die Baumkronen der Lübtheener Alleen. Mit Hilfe bei der Pflege ist aus dem Ministerium vor 2019 nicht zu rechnen.

Lübtheener Bürgermeisterin Ute Lindenau nimmt das Ministerium aufs Korn: „Man kann uns da in Schwerin nicht einfach so allein lassen“

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30. November 2017, 05:00 Uhr

„In Lübtheen kommt beinahe auf jeden Einwohner eine Linde“, sagt Bürgermeisterin Ute Lindenau. Was klingt wie ein Scherz hat jedoch einen bitterbösen Hintergrund. Denn mit den vielen Lindenbäumen im Stadtgebiet gibt es auch jede Menge Arbeit, die viel kostet. Keine Stadt der Region habe so viele Alleen wie Lübtheen, sind sich Ordnungsamtsleiter Bernd Skobel und das Stadtoberhaupt einig. Doch wer kommt für die Pflege auf? Das Stadtsäckel allein kann diese Maßnahmen nicht allein bewerkstelligen, auch wenn Kämmerer Torsten Netzband das leidige Thema am liebsten längst selbst geregelt hätte - die Finanzlage gibt die Regulierung der Alleenpflege nicht her.

„In der Vergangenheit war es so, dass es über den Landkreis an einen Fond ging, der die Alleenpflege zu großen Teilen abdeckte. Das ist nun anders. Über den direkten Weg zum Ministerium laufen wir seit anderthalb Jahren den Geldern hinterher“, sagt Ute Lindenau. Nach Gesprächen mit Till Backhaus sei ihr versichert worden, dass sich das Ministerium für Landwirtschaft speziell um Lübtheen und die Alleen-Problematik kümmern werde.

Das ist in der Folge auch geschehen. Doch alles andere als zufriedenstellend für die Verwaltung der Lindenstadt. Die knapp 190 000 Euro Förderung für die 19 Alleen werden in Lübtheen wohl nie ankommen. Zumindest nicht, wenn man die Statements aus dem Ministerium betrachtet. Martina Plothe, Pressesprecherin des Landwirtschaftsministeriums, antwortet auf SVZ-Anfrage detailreich: „Die Fachabteilung hat Gutachter beauftragt, die zunächst im Falle der vier wertvollsten unter den 19 Alleen aus naturschutzfachlicher Sicht beurteilen sollen, welche Arbeiten in welchem Umfang an den Bäumen vorgenommen werden sollen. Außerdem sollen sie Aussagen treffen über die Besiedelung der Bäume mit Populationen von Vögeln, Fledermäusen und Käfern.“ Aus den entsprechenden Fachabteilungen des Ministeriums kann sie weiter darüber informieren, dass es sich bei den Gutachtern um durchaus bekannte Spezialisten handeln werde, die insgesamt vier Alleen bewerten werden. Dazu zählen die Alleen an der Rudolf-Breitscheid-Straße, Johannes-Stelling-Straße und die Salzstraße sowie an der Geschwister-Scholl-Straße.

Diese Gutachten werden dann schon aus dem Alleenfonds finanziert. Erst nach Vorlage der Ergebnisse und deren Diskussion werden gemeinsam mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde die praktischen Maßnahmen festgelegt. Dieser Prozess soll das gesamte Jahr 2018 in Anspruch nehmen.

Im April 2019 können dann die naturschutzfachlich sinnvollen Schnittmaßnahmen erfolgen und aus dem Alleenfonds finanziert werden. „Grundsätzlich müssen Eigentümer von Alleen notwendige Maßnahmen der Verkehrssicherheit selbst finanzieren und durchführen. Kroneneinkürzungen an jedem Baum in jeder der 19 Alleen wären keine Maßnahme der Verkehrssicherheit. Auch um deren Umfang festzulegen, sollen die Gutachten erfolgen“, so Martina Plothe.

In Lübtheen stößt das auf Unverständnis. „Nach anderthalb Jahren eine Aussicht auf Gutachten zu bekommen, die sich ein weiteres Jahr hinziehen, ist doch kaum zu glauben. Es gibt bereits Berge an Akten. Wenn nicht kurzfristig reagiert wird, sind Alleen wie in der Stelling-Straße nicht zu halten“, so Ute Lindenau.





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