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Dance-Festival in Neustadt-Glewe : Airbeat One: Die Jugend in totaler Feierlaune

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

45.000 feiern tagelang am kleinen Flugplatz in Neustadt-Glewe die größte Dance-Party des Nordens.

Die Veranstalter hatten eine große Show und Riesenparty am kleinen Flugplatz von Neustadt-Glewe versprochen. Und sie konnten Wort halten, vor allem dank der Zehntausenden, die aus Deutschland und ganz Europa auf das Festivalgelände an der Autobahn strömten. Am Ende gab es einen neuen Rekord: 45.000 Besucher wurden am Sonntagnachmittag als Besucherzahl von den Veranstaltern bekannt gegeben. Das sind 5000 mehr als im vergangenen Jahr.

Gigantisch, dieses Wort ist für den Aufwand, der in diesem Jahr betrieben wurde, ganz sicher nicht übertrieben. Das gilt vor allem für den Festivalbereich, wo sich Sebastian Eggert aus Lübtheen als Hauptverantwortlicher sein eigenes Denkmal gesetzt hat. An der größten Bühne Europas gab sich nicht nur die Weltspitze der DJs die Klinke in die Hand. Hier wurde auch in Sachen Pyrotechnik und Videoshow das derzeit Machbare geboten. Die Hauptbühne (Mainstage) hatte sogar zwei eigene Wasserfälle, die im Kreislaufsystem über ein riesiges Pufferbecken gespeist wurden.

Was im Jahr 2002 einmal als „Airbase One“ mit weniger als eintausend Besuchern begann, hat sich längst als ein mehrtägiges und hochkarätiges Musikspektakel mit Zehntausenden Gästen entwickelt. Die Dimensionen sind inzwischen so gewaltig, dass dieses Festival für mehr als einen Woche die Region beherrscht. Supermärkte in und um Neustadt-Glewe verzeichneten gewaltige Umsatzsprünge, aber auch Hotels und Campingplätze bis runter nach Malliß profitierten von den Partygästen.

 

Eine Extra-Betreuung gab es natürlich für die Künstler, die wieder einen eigenen Fahrdienst zur Verfügung hatten.

Deutlich besser geregelt war dieses Mal auch die Anreise. Viele Gäste wurden bereits über die Abfahrt Wöbbelin von der A 24 an das Festivalgelände geführt. Staus und Wartezeiten ließen sich bei dem Andrang dann aber doch nicht vermeiden.

Nicht nur für viele Besucher, sondern auch für die Ludwigsluster Polizei ist die Airbeat die größte Veranstaltung des Jahres. „Deshalb bereiten wir uns auch stets sehr intensiv darauf vor“, sagte gestern Mittag der Einsatzleiter, Polizei-Oberrat Wulf Nehls, im SVZ-Gespräch. Zu diesem Zeitpunkt waren auf dem Festivalgelände 89 Polizisten im Einsatz, der Großteil davon, um eine reibungslose Abreise zu sichern, die bereits gestern gegen 0.30 Uhr nach dem Feuerwerk eingesetzt hatte. Dass eine insgesamt zufriedene Bilanz ohne gravierende Probleme gezogen werden könne, sei auch der Zusammenarbeit aller Beteiligten zu danken. In einer Befehlsstelle waren Vertreter der Stadt Neustadt-Glewe, der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei vertreten. Täglich um 14 Uhr habe es Beratungen mit dem Veranstalter und der Security gegeben. Auch hier habe die Zusammenarbeit bestens geklappt. Von Mittwoch (6 Uhr) bis gestern Mittag registrierte die Polizei rund 80 Straftaten, darunter 31 Fälle des Besitzes von Betäubungsmitteln, zehn Fahrten unter Alkohol oder Drogen und fünf Körperverletzungen. Wie Christian Porst vom Rettungsdienst der Feuerwehr sagte, gab es 34 Transporte in Krankenhäuser. Die Ursachen reichten von Stürzen über Herzprobleme bis zu alkoholbedingten Schwierigkeiten. „Die Zahlen liegen im Vorjahresbereich und sind angesichts der Besucherzahl eher gering“, so Christian Porst.

Die Polizei sprach am Sonntag von etwas mehr als 40.000 Teilnehmern.

Beeindruckende Bauten in der Festival-Area.
Beeindruckende Bauten in der Festival-Area. Foto: Tilo Röpcke/Mayk Pohle
 

Extra: Tausende zahlen als VIP gerne mehr

Neustadt-Glewe Es gibt die harte Festivalvariante mit normalem Ticket und einfachem Campen in Nähe der wummernden Bühnen. Und es gibt bei diesem Festival auch die deutliche bessere Variante für die Käufer der VIP-Tickets. Deren Absatz hat sich in den vergangenen Jahren deutlich nach oben entwickelt. In diesem Jahr haben 6000 Teilnehmer diese Tickets gekauft, so viele wie noch nie. SVZ hat den Test auf dem Festival gemacht. Was hat man von dem Ticket, dass bereits als Tagesvariante immerhin 40 Euro mehr kostet als der Normaleintritt?

Wer in Sachen Toiletten etwas empfindlich ist, für den lohnt es sich schon mal. Angesichts der Massen sind auch die separaten Zufahrten und Eingänge etwas wert. Warten muss man zwar immer noch, doch es geht viel schneller. Größter Vorteil sind jedoch die abgesperrten und meist erhöhten Bereiche und Tribünen  an den Hauptbühnen. Hier kann man sich vom Gedränge erholen, mit Überblick die Shows genießen und sich  wieder jederzeit ins Gedränge stürzen. Nicht zu unterschätzen ist auch das gute Gefühl, mit dem richtigen Bändchen am Handgelenk an den Sicherheitsleuten vorbei zu kommen. Essen und Getränke muss man trotzdem extra bezahlen, die sind nicht inklusive. Dafür sind an den VIPSchankständen die Schlangen kürzer, meistens jedenfalls. Und bei Regen ist man als VIP-Gast auch deutlich besser geschützt.  Fazit: Das Geld kann man ausgeben, vor allem wenn man länger durchhalten will. Der Veranstalter muss in Zukunft nur aufpassen, dass er nicht zu viele dieser VIP-Tickets verkauft.mayk

 

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erstellt am 16.Jul.2017 | 20:30 Uhr

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