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Hagenower Kreisblatt

23. November 2017 | 10:40 Uhr

Ändern lässt sich längst nicht alles

vom

svz.de von
erstellt am 28.Mär.2012 | 07:51 Uhr

Hagenow | Wie lebenswert sehen Sie unsere Region? Diese Frage beschäftigt uns im Rahmen der großen Umfrage nun schon fast zwei Wochen. Zeit für ein erstes Fazit. Klar ist, die Lage wird von den Bürgern viel nüchterner gesehen, als es die heimischen Politiker gern hätten. Die Frage, was sich wie schnell ändern muss, lässt sich auch aufgrund der Unterschiede in der Region kaum schlüssig beantworten. Bezieht man die Großwetterlage der öffentlichen Haushalte ein, sieht man sich die Situation der Städte und Gemeinden an, so kommt man als neutraler Beobachter sehr schnell zu einem ernüchternden Ergebnis: Es wäre schon ein Fortschritt, wenn wir den Stand, den wir derzeitig haben, in den kommenden Jahren halten können.

Beispiel Kita-Plätze: Auch wenn die Landesregierung es immer wieder anders behauptet, das Geld reicht für die Ansprüche und für das Nötige hinten und vorn nicht. Und, es wird kaum besser werden. Verglichen mit den alten Ländern haben wir in Mecklenburg geradezu paradiesische Verhältnisse. Wer mehr will, der muss auch zahlen, doch unser Land hängt noch immer am Tropf des Länderfinanzausgleiches.

Es gibt allerdings Punkte, wo etwas getan werden kann, wenn z. B. immer wieder moderne und sichere Spielplätze gefordert werden. Doch gerade die kosten Geld, und so kommt es im Falle Hagenows dazu, dass diese Plätze über viele Jahre vorbereitet, finanziert und gebaut werden müssen. Dass es in den kommenden Jahren schneller gehen wird, ist kaum zu erwarten.

Ausnahmen bestätigen die Regel, wie das Beispiel der Lübtheener Schulen gezeigt hat. Obwohl auch dort eigentlich kein Geld da war, gelang es binnen weniger Jahre gleich zwei Schulgebäude vorbildlich zu sanieren. Ein Zeichen dafür, das sich auch für Städte das Wagnis lohnen kann.

Auch wenn das überschwängliche Lob der Teilnehmer an der Leserumfrage ausblieb, so überwogen bei den sozialen Bedingungen doch die positiven Einschätzungen. Mit dem Erhalt und der Stärkung des Hagenower Krankenhauses hat die regionale Politik schon das Ihre getan, um die stationäre Krankenversorgung in der Region auf hohem Niveau zu sichern. An dem mit Recht immer wieder beklagten Fachärztemangel kann derzeit selbst die Bundespolitik wenig ändern. Ähnlich sieht es bei den Versorgungseinrichtungen auf dem Land aus. Supermärkte in wenigen Dörfern und Städten, wer nicht mobil ist, der hat zunehmend das Nachsehen.

Das gilt auch für den öffentlichen Nahverkehr, der ja im Wesentlichen aus einem etwas aufgeblähten Schülerbusverkehr und ganz wenigen Bahnverbindungen besteht. Auch hier wäre es bereits ein Fortschritt, wenn sich der heutige Stand halten ließe.

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